​Das 2:0 über den ​SC Freiburg bedeutete bereits den 10. Sieg im 13. Spiel für den ​BVB in dieser Saison. Einen großen Anteil am Erfolg hatte erneut der spanische Stürmer Paco Alcacer, der mit seinem zehnten Treffer im achten Spiel kurz vor Ende der Partie den Deckel draufmachte. Damit nahm er auch solchen Kritikern wie ​Dietmar Hamann direkt wieder den Wind aus den Segeln.


Dietmar Hamann gilt als Experte, sowohl bei englischen als auch bei deutschen Medien. Zugegeben, der Autor ist kein großer Fan des ehemaligen Profis, zu oft wurden Hamanns Aussagen und Vermutungen über die Zeit widerlegt. Prominentestes Beispiel ist Jürgen Klopp, dem Hamann in der vergangenen Saison relativ früh jegliche Titelambitionen absprach und für den der FC Liverpool keine ernsthafte Gefahr in irgendwelchen Titelrennen darstellte. Das die Reds am Ende im Finale der Königsklasse standen und erst dort durch Real Madrid gestoppt werden konnten, hätte Hamann läutern können.

Doch mit Paco Alcacer hatte der ehemalige Mittelfeldspieler schon früh in dieser Saison ein nächstes Opfer seiner Expertenmeinung auserkoren. So erklärte Hamann jüngst in seiner Kolumne beim Bezahlsender Sky, dass der BVB sicher „nicht 25 Millionen bezahlt, um lediglich einen genialen Joker in ihren Reihen zu haben“, und führte weiter aus, dass sich im Stürmer selbst etwas „verfestigen“ könne. „Vor allem wenn er das immer hört und liest, glaubt er selbst, dass er ‚nur‘ ein Joker ist. Und dann wird es gefährlich.“


Die Frage ist, gefährlich für wen? Denn auch gegen den SC Freiburg brauchte Alcacer nur 21 Minuten, ehe er zum zehnten Saisontor im achten Spiel einnetzen konnte. Die Taktik dabei scheint denkbar einfach wie genial zu sein, wie auch das Dortmunder Fanportal schwatzgelb.de ausführt. ​Mario Götze darf die gegnerischen Verteidiger 70 Minuten lang kaputt laufen und wenn diese dann schließlich müde gespielt sind, kommt Alcacer, der die ihm angebotenen Räume perfekt zu nutzen weiß.


Zumal der Erfolg dem Trainer und den einzelnen Akteuren Recht gibt. Warum also sollte Lucien Favre zwingend etwas ändern, wenn das aktuelle Prinzip das einfachste Mittel zum Erfolg ist? Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass es sich zum Ende der Saison etwas einpendelt, auch wenn Alcacer bereits jetzt auf dem Weg ist, einen Rekord für die Ewigkeit aufzustellen. Vielleicht sollte Dietmar Hamann daher aber auch einfach bis zum Ende der Saison mit seinem Fazit warten. Damit er nicht schon so früh widerlegt werden kann, wie so häufig.