​Simon Terodde ist ein absolutes Phänomen. Der Torjäger des ​1. FC Köln ist in dieser Saison einfach nicht aufzuhalten und erzielte am Samstagnachmittag beim 4:0-Erfolg gegen Greuther Fürth bereits seine Saisontore 18 und 19. Die Torschützenliste der zweiten Liga führt der 30-Jährige derzeit mit weitem Abstand an und eilt mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung dritter Torjägerkanone im deutschen Unterhaus. Kann er seine sensationelle Torquote halten, wackeln sogar ein paar historische Rekorde.


Nach insgesamt 201 Spielen in der zweiten Liga stehen für den Mittelstürmer derzeit 108 Treffer zu Buche. Damit liegen nur noch zwei Torjäger im ewigen Ranking vor ihm. Die Marke von Theo Gries, der 111 Mal netzte, dürfte dabei womöglich noch in dieser Hinrunde fallen. Bis zum Saisonende könnte auch die Bestmarke von Sven Demandt (121) ins Wanken geraten. Da der Mann mit der eingebauten Torgarantie in den letzten drei Spielen satte acht Tore erzielte, spricht aktuell wenig dagegen, dass er den möglichen Aufstieg des Effzeh mit diesem Rekord veredeln kann. 

Dabei könnte er auch von Neuzugang ​Anthony Modeste profitieren, der in den kommenden Spielen für noch mehr Freiräume sorgen dürfte. Doch wer Terodde kennt, weiß dass er sich gerne ambitionierte Ziele setzt. Daher könnte er angesichts seines Wahnsinnslauf auch einen Blick in Richtung Horst Hrubesch wagen. Dem ehemaligen Ausnahmestürmer gelangen in der Saison 1977/78 im Dress von Rot-Weiss Essen unglaubliche 42 Zweitligatore. Damals spielten in der zweiten Liga jedoch noch 20 Mannschaften. Auch dieser vermeintliche Rekord für die Ewigkeit scheint derzeit für Terodde machbar, auch wenn dieser zuletzt immer wieder betonte, dass der Aufstieg mit den Geißböcken um einiges wichtiger sei.


Der Wiederaufstieg würde dem Deutschen die erneute Möglichkeit geben, sich endlich auch in der Bundesliga einen Namen zu machen. Nachdem er den VfB Stuttgart in die erste Liga geballert hatte, war ihm dies zuletzt nicht gelungen und so startete er beim Effzeh den Neuanfang. Verstecken muss sich der 30-Jährige aktuell aber mit Sicherheit keineswegs. Mit seinen 19 Treffern in 14 Saisonspielen ist er schließlich derzeit de facto der gefährlichste Angreifer in Europa.