Milot Rashica stand beim Spiel seines ​SV Werder Bremen gegen den ​FC Bayern schon beim Vierten Offiziellen bereit, um eingewechselt zu werden. Doch bevor es dazu kam, revidierte Trainer Kohfeldt seine Entscheidung und verzichtete am Ende gänzlich auf Rashica. ​Nach dem Spiel sprach der Werder-Coach über die Gründe.


"Ich traue Milot eine Menge zu, aber die Position des Innenverteidigers ist es nicht", wird Florian Kohfeldt bei Mein Werder zitiert. Mit einem Augenzwinkern spielte er darauf an, dass sich Innenverteidiger Milos Veljkovic in dem Moment verletzte, als Milot Rashica eingewechselt werden sollte. Als klar war, dass der Abwehrmann nicht würde weiter spielen können, wurde er positionsgetreu durch Sebastian Langkamp ersetzt und der Angreifer musste erstmal warten.


"Es tut mir sehr leid für ihn. Wenn die Sache mit Milos nur 30 Sekunden später passiert wäre, hätte Milot auf dem Platz gestanden", erklärte Kohfeldt weiter. Nur wenige Minuten später wechselten die Bremer aber erneut - doch wieder kam nicht Rashica ins Spiel, sondern Kevin Möhwald. Auch das hatte mit Veljkovics Verletzung zu tun: "Wir wollten die Art und Weise des Verteidigens umstellen, um höher anzulaufen."


Doch die Bremer lagen weiterhin zurück und mühten sich, gegen die Bayern noch zum Ausgleich zu kommen. Zuletzt hatte der Rekordmeister immer wieder mit schnellen Angreifern Probleme, das beste Beispiel bot das Remis gegen ​Fortuna Düsseldorf am vorherigen Spieltag. Deshalb hatten viele bereits mit Rashica ​in der Startformation gerechnet. Am Ende blieb der Kosovare aber 90 Minuten draußen, denn als dritte und letzte Wechseloption kam Claudio Pizarro ins Spiel.


"Das sieht natürlich immer blöd aus, wenn ein Spieler schon zur Bank kommt", sagte Kohfeldt. "Aber dann war mein Gefühl, dass wir in dieser Phase eher über einen Chip in die Spitze spielen müssen. Und das ist nicht Milots Spiel. Ich muss so entscheiden, wie es das Spiel in dem Moment erfordert." Und in der laufenden Saison erfordern die Spielsituationen offenbar ziemlich selten einen Einsatz des 22-Jährigen, der im Januar für sieben Millionen Euro von Vitesse Arnheim verpflichtet wurde. 

Werders Sportchef Frank Baumann hatte Rashica bei dessen Vorstellung als "Vorgriff auf die neue Saison" bezeichnet. Doch in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit stand der Rechtsaußen in der Bundesliga immerhin bereits fünfmal in der ersten Elf, in der laufenden Saison noch überhaupt nicht. Lediglich 119 Minuten durfte Rashica bisher bestreiten. 


Sein Trainer Florian Kohfeldt machte ihm nach dem Bayern-Spiel aber auch Mut für die Zukunft: "Milot wird in den nächsten Wochen wieder spielen. Er ist sehr gut aus dieser Phase herausgekommen, in der er einfach auch nicht gut verteidigt hat in vielen Spielen." Dazu verwies der Trainer auch auf das Freiburg-Spiel am vergangenen Wochenende. Da durfte Rashica in der letzten halben Stunde ran und half dabei mit, zumindest noch ein Unentschieden zu sichern.