Zu Beginn der Saison stand Mario Götze im Vordergrund, ohne dabei wirklich auf dem Platz zu stehen. Der 26-Jährige kam unter Lucien Favre kaum zum Zug, doch mittlerweile hat sich das Bild drastisch verändert. Regelmäßig beginnt er nun in der Startelf von Borussia Dortmund, doch sein Arbeitstag ist dabei strikt vorgegeben. Damit gibt sich Götze zufrieden, denn noch hat er gegen Torjäger Paco Alcácer die Nase vorn. 


Es ist fast schon ein typischer Samstag für Mario Götze: Trainer Lucien Favre beordert ihn für das anstehende Bundesligaspiel in die Anfangsformation und lässt ihn auf der Position in der Sturmspitze gegen den Ball ackern und seine Mitspieler Jadon Sancho, Jacob Bruun Larsen oder Marco Reus in Szene setzen. Nach gut einer Stunde wird er ausgewechselt, stattdessen kommt Paco Alcácer in die Partie. Der torhungrige Spanier nutzt die Müdigkeit des Gegners aus, setzt seine Qualitäten in Szene und trifft wie am Fließband.


So geschah es zuletzt gegen den FC Bayern München, Mainz 05 und den SC Freiburg. Götze mag zwar nicht die Abschlussfähigkeiten seines Konkurrenten Alcácer besitzen, doch dafür besticht er mit seiner Mentalität. Seit Beginn der Vorbereitung gibt er in jeder Trainingseinheit 100 Prozent, was sich auch auf dem Platz widerspiegelt. Götze stellt sich in den Dienst der Mannschaft, steuert stets seinen Teil zum Erfolg bei und lebt das vor, was dem BVB bereits seit dem Abgang von Kevin Großkreutz womöglich fehlte.

Borussia Dortmund v FC Augsburg - Bundesliga

  Der Wendepunkt: Seit seinem Tor gegen den FC Augsburg läuft es für Mario Götze immer besser



Götze ackert, Alcácer liefert - für den Weltmeister von 2014 kein Problem: "Für mich ist wichtig, meinen Teil beizutragen. Wenn ich den Gegner 60 Minuten müde laufe und Paco kommt und macht die Tore, dann gibt es Schlimmeres", sagte er laut Welt"Ich bin Fußballer und will immer spielen. Wichtig ist, das die Mannschaft gewinnt. Und für mich ist es wichtig, alles zu geben und den Trainer zu überzeugen."


Dies hat er mittlerweile geschafft. Im Sommer musste sich Favre beinahe wöchentlich rechtfertigen, weshalb Götze entweder auf der Bank oder auf der Tribüne Platz nehmen muss. Zum damaligen Zeitpunkt hat der Schweizer keine passende Position für seinen Schützling gefunden, ehe er ihn beim 2:2-Remis gegen Hertha BSC Berlin erstmals als berüchtigte 'falsche Neun' in der Sturmspitze aufstellte.

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  Lucien Favre ist mit seiner derzeitigen Besetzung im Sturm mehr als zufrieden



"Er spielt Fußball, das ist die Wahrheit. Er spielt richtig. Und er gibt immer alles", lautet Favres Erklärung für Götzes steigende Einsatzzeiten. Allerdings ließ er ebenso durchblicken, dass dieses Modell in Zukunft abgelöst werden könnte, wenn Alcácer endgültig wieder fit ist. Immer wieder betonte der Schweizer: "Paco Alcácer war zwei Jahre in Barcelona und hat nicht viel gespielt. Es ist normal, dass er Zeit braucht, um 90 Minuten spielen zu können."


Der Spanier soll behutsam aufgebaut, und muskuläre Verletzungen somit verhindert werden. In der Champions League durfte Alcácer bereits zwei Mal über 90 Minuten durchspielen, doch in der Bundesliga steht er bei gerade einmal 281 Spielminuten. Aktuell ist er nicht dazu fähig, ein solches Pensum wie Götze abzurufen, weshalb dieser den klaren Vorzug genießt.