Mit Alexander Isak hat ​Borussia Dortmund ein vielversprechendes Sturmtalent im Kader, doch der Schwede spielt auch in dieser Saison nur mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga West. Im Gespräch mit Spox stellte sein Berater klar, dass die Situation unter den Ansprüchen des 19-jährigen läge und man sich Gedanken um die Zukunft mache. Allerdings wolle man nicht Hals über Kopf die Flucht ergreifen.


Als Alexander Isak im Januar 2017 zum BVB wechselte, entschied er sich bewusst für einen Verein, bei dem er eine gute Entwicklungsperspektive für sich sah; für einen Verein, der „gut mit jungen Spielern umgeht“, wie es sein Berater Moses Ssewankambo formulierte. Hätte Isak gewusst, dass Dortmund eine schwierige Zeit mit vielen Tiefen und drei Trainerwechseln erleben würde, hätte er sich wohl noch länger Gedanken gemacht.


Denn nun sprach Spox mit Isaks Berater Moses Ssewankambo, der klar stellte, dass man sich Isaks Zeit beim Bundesligisten anders vorgestellt habe: „Er hat sich seit seinem Wechsel weiterentwickelt, aber aufgrund von vier unterschiedlichen Trainern innerhalb von eineinhalb Jahren nicht so, wie er es hätte tun können."


Trotzdem sei ein Wechsel im Winter unwahrscheinlich, erklärte Ssewankambo. Stattdessen erinnerte der Agent an Dortmunds guten Ruf: „Ich glaube immer noch, dass Dortmund der richtige Ort für ihn ist.“ Auch Isak selbst zeigte sich optimistisch: „Ich denke, meine Form ist gut. Ich habe gut trainiert, aber nicht so viel Spielpraxis auf hohem Niveau erhalten. Es gibt keinen Grund für mich, zurückzuschauen oder darüber nachzudenken“, zitiert ihn die schwedische Zeitung Aftonbladet, „ich bin hiergeblieben und muss kämpfen.“

Borussia Dortmund - Training Session

Schon unter Thomas Tuchel (re.) lief es für Alexander Isak (li.) nicht besonders - dennoch will er nicht die Flucht ergreifen


Bereits zu seiner Ankunft gab es einen holprigen Start, als der damalige Trainer Thomas Tuchel öffentlich bekannte: „Ich kannte den Spieler nicht. Es ist alles sehr schnell entschieden worden. Der Informationsfluss war sehr kurzfristig.“ Tuchel wollte dem Vernehmen nach lieber Óliver Torres von ​Atlético Madrid verpflichten, der nun für den FC Porto aufläuft. Wenig schmeichelhaft für einen jungen Neuzugang. Außerdem widersprach ihm Ssewankambo laut Spox: „Tuchel wusste von allem Bescheid.“


In jedem Fall versuchte Isak, sich beim BVB durchzusetzen und geduldig zu bleiben. Aber wie sollte ein Nachwuchskicker an einem Ausnahmespieler wie Pierre-Emerick Aubameyang vorbei kommen? Dabei dürfte er auch nicht diesen Anspruch gehabt haben, sofort in die erste Mannschaft zu rutschen. Wie Tuchel schließlich noch treffend nachschob, galt Isak als perspektivische Option: „Das ist ein Transfer, der dem Verein eine unglaublich langfristige Planungssicherheit bietet.“


Obwohl er erst seit knapp zwei Jahren im Verein ist, erlebte Isak schon vier Übungsleiter beim BVB. Doch weder unter Tuchels Nachfolger Peter Bosz, noch unter Peter Stöger oder dem jetzigen Trainer Lucien Favre wird er als ernsthafte Option wahrgenommen. Insgesamt kommt Isak nur auf 13 Einsätze für Dortmund, davon viele über wenige Minuten. Zumindest debütierte er in der ​Champions League und absolvierte auch sein erstes Länderspiel für Schwedens erste Elf.


Isaks Berater möchte den BVB bezüglich der Zukunft Isaks aber weiterhin miteinbeziehen. Auch von Favre hält er viel: „Es gab nie ein ernsthaftes Gespräch mit dem neuen Trainer, der bekannt dafür ist, sehr gut für junge Spieler zu sein“, zitiert ihn Spox, „das heißt aber nicht, dass es nicht noch passieren wird.“