Milot Rashica ist bei ​Werder Bremen aktuell ein Opfer des offensiven Überangebots. Der 7,5-Millionen-Einkauf des vergangenen Winters hat in der Sommervorbereitung überzeugt, doch mehr als Jokereinsätze springen für den Kosovaren derzeit nicht heraus. Aber es gibt gute Gründe, ein Plädoyer für Rashica zu halten. 


Im Sommer investierte Werder Bremen kräftig in seinen Angriff. Neben den beiden Rückkehrern Martin Harnik und Claudio Pizarro wechselte Yuya Osako an die Weser, dazu gesellen sich Florian Kainz, Talent Johannes Eggestein und der gesetzte Max Kruse. In dieser Konstellation hat es Milot Rashica schwer, seinen Platz zu finden. Schon in der Rückrunde der letzten Saison hatte Rashica mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Doch in der Vorbereitung auf die Spielzeit 2018/2019 hatte sich der Rechtsaußen in den Mittelpunkt gekickt. "Milot macht wirklich schon in der Vorbereitung einen sehr, sehr guten Eindruck", meinte Geschäftsführer Frank Baumann im August. Doch beim Pflichtspielauftakt gegen Wormatia Worms ließ Trainer Florian Kohfeldt den Nationalspieler auf der Bank schmoren.


Überragender Freistoß gegen Frankfurt


Trotz des Lobs blieb Rashica anfangs außen vor, obwohl seine Leistung stimmte. Seine akkurat geschlagene Flanke führte gegen Hannover 96 zum 1:1 durch Theodor Gebre-Selassie, in Frankfurt verwandelte er einen direkten Freistoß in allerletzter Minute und besiegelte den 2:1-Auswärtssieg. Der 22-Jährige belebte die Offensive, kam jedoch kaum zum Zug. Daran hat sich wenig geändert. Rashica spielt seit August nur 119 Minuten in der Bundesliga. Kein einziges Mal ließ Kohfeldt den Rechtsaußen mit der Anfangself spielen. Doch weil Bremen die offensive Durchschlagskraft ein wenig abhanden gekommen ist, sollte Kohfeldt mehr auf Rashica setzen. 

Im kommendem Heimspiel hat Werder mit Bayern München eine schwere Aufgabe vor der Brust, allerdings ist der Rekordmeister aktuell alles andere als unschlagbar. Mit Zuversicht, Entschlossenheit und schnellem Konterspiel kann man Bayern ärgern. Frag nach bei Fortuna Düsseldorf. Das Anforderungsprofil des schnellen sowie dribbelstarken Angreifers erfüllt Rashica jedenfalls. OneFootball verglich den ehemaligen Profi von Vitesse Arnheim vor wenigen Monaten sogar mit dem berühmtesten Franzosen der Bundesliga: "In seinen Bewegungen erinnert er teilweise an Franck Ribéry, wenn er mit Nähmaschinen-Schritten in den Strafraum eindringt, sich durch schnelle Finten Platz verschafft, immer wieder Gegenspieler stehen lässt und dort die Mitspieler sucht." Zwar besitzt Rashica Schwächen im Defensivverhalten, die er abstellen muss. Trotzdem sollte Florian Kohfeldt dem jungen Wirbelwind eine Chance geben - von Beginn an!