Einst sorgten Willi Lemke und Uli Hoeneß mit ihren vielen Auseinandersetzungen für medialen Gesprächsstoff. Diese Zeiten sind längst vorüber, doch nun übte der einstige Manager von ​Werder Bremen Kritik am Präsidenten des ​FC Bayern. Grund hierfür waren Hoeneß' jüngste Aussagen vor den Medienvertretern, auch im Bezug auf die brisante Pressekonferenz im Oktober


Es ist bereits über zwei Jahre her, dass Uli Hoeneß seine Gefängnisstrafe, die er nach seiner Selbstanzeige bezüglich Steuerhinterziehungen im Januar 2014 antreten musste, erfolgreich absaß. Nur wenige Monate später wurde der frühere Sportdirektor und Präsident des FC Bayern München erneut zum Vereinspräsidenten gewählt, zudem ist er mittlerweile wieder im Aufsichtsrat tätig.


Noch im vergangenen Jahr sprach der 66-Jährige gegenüber der Welt darüber, wie sehr ihn das Leben im Gefängnis verändert habe: "Ich glaube, dass ich viele Dinge stärker reflektiere, distanzierter und gelassener sehe. Ich ruhe mehr in mir und rege mich nicht mehr so schnell auf. [...] Es gab Provokationen von anderen Gefangenen, Provokationen im Alltag. Da musste ich ruhig bleiben. Ein böses Wort, das ich mir in Freiheit vielleicht hätte erlauben können, musste ich verkneifen."


Seit Hoeneß jedoch wieder innerhalb des FC Bayern tätig ist, rückt er nach und nach wieder in die Rolle des Mahners und Verteidigers, der gegen alle Seiten austeilt. Daher befand Willi Lemke in einem Gespräch mit der ​Sport Bild, dass sein ehemaliger Konkurrent "wieder ganz der Alte" sei - "nicht nur rein körperlich. Auch was seine Sprüche betrifft."

FC Bayern Muenchen v SL Benfica - UEFA Champions League Group E

     Sorgte mit seinem kontroversen Verhalten für viele Diskussionen: Uli Hoeneß


Positiv war dies allerdings nicht gemeint. Auf der aus den Fugen geratenen Pressekonferenz, in der Hoeneß gemeinsam mit Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic der Medienlandschaft auf skurrile Art und Weise eine Breitseite verpassten, habe man "leider wieder den alten Uli Hoeneß" erlebt. Dieser sei "nicht mehr der Uli Hoeneß, mit dem ich Brüderschaft getrunken habe, nachdem er aus dem Gefängnis gekommen war."


Lemke, der von 1981 bis 1999 als Manager des SV Werder Bremen tätig war, habe Hoeneß nach seiner Entlassung als "sehr vernünftigen, sozial eingestellten, gut diskutierenden Menschen" empfunden. "Ich habe bei ihm Demut empfunden, er hat auch von Demut gesprochen." Davon sei allerdings wenig übrig: "Er forderte Respekt ein, aber teilte selbst richtig aus."


Insgesamt habe sich die Vereinsführung im Oktober gegenüber den Medienvertretern "unmöglich verhalten" (via Süddeutsche Zeitung). Lemkes Erklärungsansatz: "Sie kennen es nicht, im Misserfolg zu leben." Daher dürften Hoeneß und Co. auch in den kommenden Wochen eine scharfe Zunge haben und sich bei Kritik zur Wehr setzen.