​Bis zur Winterpause hat ​Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga noch einige schwierige Aufgaben vor der Brust. Bestehen die Fohlen auch dort, könnten sie eine der besten Hinrunden der Vereinsgeschichte vorweisen und sind ein ernsthafter Titelkandidat.


Nur ein einziges Mal hatte Borussia Mönchengladbach in der 1. Bundesliga nach zwölf Spieltagen mehr Punkte auf dem Konto als in der laufenden Saison: 1976/77 waren es umgerechnet (damals galt noch nicht die Drei-Punkte-Regel) 30 Zähler und die Mannschaft von Trainer Udo Lattek war noch ungeschlagen. Am Ende feierten die Fohlen ihre fünfte und bis heute letzte deutsche Meisterschaft. 


Nach dem 4:1-Sieg über ​Hannover 96 am vergangenen Sonntag hat der aktuelle Coach Dieter Hecking mit seinem Team 26 Punkte geholt und steht auf Platz zwei hinter ​Borussia Dortmund. Die Fans träumen bereits vom Titel und stimmten Lieder an wie "Deutscher Meister wird nur der VfL" oder schunkelten zu "Borussia ist wieder da, Deutscher Meister im nächsten Jahr". 


Hecking bremst die Euphorie des eigenen Anhangs keineswegs: "Wenn ich in der Kurve gestanden hätte, hätte ich das vielleicht auch mitgesungen", zitiert ihn die Bild.

Ob Gladbach wirklich das Zeug zum Meister hat, wird sich bis Weihnachten mit Sicherheit klären: Vor allem auswärts erwarten die Borussen noch schwierige Aufgaben: ​RB Leipzig​TSG Hoffenheim und, zum Abschluss der Hinrunde, der BVB. "Ein Hammer-Programm", findet Hecking. "Schon jetzt in Leipzig werden wir auf Herz und Nieren getestet, aber wir freuen uns auf das Duell! Bis Weihnachten werden wir richtig geprüft - und dann sehen wir mal."


Im Borussia-Park stehen mit dem ​VfB Stuttgart und Aufsteiger ​1. FC Nürnberg eigentlich zwei Pflichtsiege auf dem Programm, doch auch hier muss die Mannschaft beweisen, dass sie fokussiert ist und sich keinen Ausrutscher erlaubt. Wie gegen Hannover, als Gladbach bereits nach 22 Sekunden 0:1 in Rückstand geriet und sich auch durch die schwere Verletzung von Matthias Ginter nicht aus der Ruhe bringen ließ. So ist das heimische Stadion weiterhin eine Festung, bisher haben die Fohlen hier jedes Spiel gewonnen.


"Die Bayern wackeln, haben aber immer noch eine Riesenqualität. Der BVB hat uns gegenüber den besseren Kader. Aber dahinter sind wir voll dabei", ordnet Hecking die aktuelle Lage ein. 


Sollte seine Mannschaft bis zum Winter aber weiter so stark auftreten und auch in den Auswärtsspielen, vor allem in Dortmund, etwas holen, ist sie mehr als nur "dahinter voll dabei". Dann ist der sechste Titel vielleicht wirklich möglich.