GELSENKIRCHEN, GERMANY - NOVEMBER 24: Guido Burgstaller #19 of FC Schalke 04 celebrates with teammates after scoring his team's third goal during the Bundesliga match between FC Schalke 04 and 1. FC Nuernberg at Veltins-Arena on November 24, 2018 in Gelsenkirchen, Germany.  (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Schalke: 5 Dinge, über die sich die S04-Fans wieder freuen dürfen

Das 5:2 des FC Schalke 04 gegen den 1. FC Nürnberg kam einem Befreiungsschlag gleich: Die harmloseste Offensive der Liga bewies, dass sie trotz der Ausfälle von diversen Stürmern das Tor treffen kann und so konnten sich die Königsblauen ein wenig von den Abstiegsplätzen absetzen. 


Ganz zufrieden mit der Leistung seines Teams war Trainer Domenico Tedesco zwar nicht, trotzdem gibt es wieder viel Positives, worüber sich die Schalker derzeit freuen dürfen:

1. Stimmung & Choreographie

Nach dem 0:3 in Frankfurt schien die Schalker Mannschaft den Kredit bei den eigenen Anhängern allmählich verspielt zu haben, denn aus dem Gästeblock der Commerzbank-Arena kam den Spielern mehr Unmut als aufmunternder Applaus entgegen. Doch das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg bewies das Gegenteil: Zunächst die gemeinsame Choreographie mit den Gästefans, die für reichlich Gänsehaut sorgte, und dann bedingungslose Unterstützung. 


"Total cool, was die Fans auf die Beine gestellt haben. Wahnsinn!", sagte zum Beispiel Guido Burgstaller. Auf seine Anhänger kann sich der FC Schalke verlassen.

2. Bastian Oczipka

Nach seiner langen Verletzungspause kehrte Bastian Oczipka gegen den 1. FC Nürnberg zurück und wurde von Domenico Tedesco direkt in die Startelf beordert. Der 29-Jährige zeigte eine starke Leistung und steuerte sogar ein Tor bei. Er tut dem Spiel der Knappen gut. 


Am Mittwoch beim FC Porto muss Oczipka aber schon wieder zuschauen: Der Linksfuß kehrte früher als gedacht von seiner Verletzung zurück und wurde deshalb zu Beginn der Saison nicht für die Champions League nominiert.

3. Steven Skrzybski

Nach den Verletzungen von Breel Embolo, Mark Uth und Cedric Teuchert schienen die Schalker Sturmhoffnungen allein auf Guido Burgstaller zu liegen. Gegen Nürnberg brachte Tedesco aber Steven Skrzybski im Angriff neben Burgstaller - und der Neuzugang von Union Berlin glänzte bei seinem Startelf-Debüt mit zwei Toren. Wenn der 26-Jährige daran anknüpfen kann, sind die Probleme im Schalker Sturm vorerst beseitigt.

4. Schalke kann offensiv

Als der FC Schalke vor einigen Wochen bei RB Leipzig 0:0 spielte, erntete die Mannschaft viel Kritik. Von einem "ermauerten" Unentschieden war die Rede, Sky-Experte Dietmar Hamann sprach von "Fußball zum Abgewöhnen." Nicht umsonst hatten die Gelsenkirchener vor Beginn des Nürnberg-Spiels nach elf Spieltagen in der Bundesliga magere acht Tore auf dem Konto. 


Gegen den Club zeigten sich die Schalker dann plötzlich ungewohnt offensiv: Harit und Bentaleb spielten im offensiven Mittelfeld vor Rudy auf der "Acht", alle drei sind eher für ihre Fähigkeiten nach vorne bekannt. Einen defensiven Mittelfeldmann als Absicherung gab es nicht mehr. Die Königsblauen kamen so auf 15 Torschüsse und letztlich fünf Tore. 


Alles hat aber freilich nicht geklappt: Die Defensive litt merklich unter der offensiven Spielweise. "Wir haben schlichtweg schlecht verteidigt. Wir haben die mannschaftstaktischen Mittel nicht genutzt, um die Konter zu verhindern", sagte Tedesco im Anschluss an die Partie. An der Balance muss der Trainer noch arbeiten, doch er hat bewiesen, dass seine Mannschaft auch gut nach vorne spielen kann.

5. Domenico Tedesco

Domenico Tedesco ist ein guter Trainer, das hat der Deutsch-Italiener bereits unter Beweis gestellt. Erst kürzlich, als die Kritik am Coach wieder wuchs, hatte Sportvorstand Christian Heidel ihn gegenüber der Funke Mediengruppe als "Top-Trainer" bezeichnet, der von "morgens bis abends akribisch daran arbeitet, dass wieder gepunktet wird". Vielleicht zu akribisch - denn Tedesco wurde zuletzt häufig vorgeworfen, er stelle die Mannschaft viel zu sehr auf den Gegner ein und dadurch seien die Auftritte der Schalker zu passiv. 


Gegen Nürnberg dann ein anderes Bild: Schalke übernahm die Initiative und spielte nach vorne - so wie man es in einem Heimspiel gegen einen Aufsteiger erwartet. Der 33-Jährige hat offenbar verstanden und Heidel sagte in der Vorwoche zurecht: "Wir vertrauen alle Tedesco."