​Stefan Effenberg war bereits in seiner aktiven Karriere dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Doch auch nachdem der ehemalige Kapitän des ​FC Bayern München seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hat, gibt er gerne seine Einschätzung zu den Geschehnissen an der Säbener Straße ab. In seiner Kolumne für t-online.de ließ der ehemalige Leader nun kein gutes Haar am Rekordmeister.


Dabei zielte die meiste Kritik des 50-Jährigen auf die Führungsetage der Bayern, die seiner Meinung nach davon ausgegangen waren, dass der Titelgewinn in der Bundesliga auch in dieser Saison ein Selbstläufer werden würde. Das Führungsduo Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge habe es zudem versäumt die Strukturen bei den Münchenern an die heutigen Gegebenheiten anzupassen. "Hoeneß und Rummenigge sind bislang die Alleinherrscher – und das wird so langsam in vielerlei Hinsicht ein Problem", so der ehemalige Nationalspieler.

Dass mit ​Niko Kovac nun der Trainer in die Kritik geraten ist, bedauert der Tiger und zeigte kein Verständnis für die Aussagen nach dem 3:3-Unentschieden gegen Düsseldorf, als Hoeneß seinem Trainer lediglich eine Jobgarantie für die Champions-League-Partie gegen Benfica Lissabon geben wollte. Dies sei eine Aussage, die in dieser Form "gar nicht geht". Doch nicht nur die mangelnde Rückendeckung für den Cheftrainer bemängelte der frühere Leitwolf, sondern legte auch die Schwächen in der Kaderplanung offen.


Dabei habe man es auch versäumt Charaktere in den eigenen Reihen zu haben, die vorangehen. "Sie müssen sich konsequent von fünf, sechs Spielern trennen. Sie müssen den Kader nach Charakter filtern, das ist ganz entscheidend", so der gebürtige Hamburger. Dabei schoss er auch in Richtung Mats Hummels, der nach dem Spitzenspiel gegen die Dortmunder erklärt hatte, dass er trotz Krankheit gespielt habe und sich somit ein Alibi verschaffte. "Das kannst du doch nicht ernsthaft nach dem Spiel im Interview erzählen und damit indirekt den Trainer anschießen", so die drastischen Worte von Effenberg.

FC Bayern Muenchen v Fortuna Duesseldorf - Bundesliga

Sportdirektor Hasan Salihamidzic meldet sich nur selten zu Wort


Fast schon mitleidsvoll blickte Effenberg in Richtung seines ehemaligen Teamkollegen Hasan Salihamidzic, der bei den Bayern als Sportdirektor kaum Akzente setzen kann. "Der weiß offenbar genau, wo er hingehört – in die zweite Reihe", lautete das Urteil des langjährigen Bayern-Spielers. Auch angesichts dieser Personalie betonte der ehemalige Mittelfeldspieler, dass Oliver Kahn seinem Ex-Klub sehr gut zu Gesicht stehen würde, da er die nötige sportliche Kompetenz mitbringt. Neben dem zuletzt häufig gehandelten Max Eberl brachte er zudem Eintracht-Manager Fredi Bobic ins Rennen, schließlich habe alles was der 47-Jährige bei den Hessen macht "Hand und Fuß".