MOENCHENGLADBACH, GERMANY - NOVEMBER 25: Thorgan Hazard #10 of Borussia Monchengladbach celebrates with teammates after scoring his team's first goal during the Bundesliga match between Borussia Moenchengladbach and Hannover 96 at Borussia-Park on November 25, 2018 in Moenchengladbach, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Meisterliche Borussia: Warum der ganz große Wurf möglich ist

Mit einem überzeugenden 4:1-Heimsieg gegen Hannover 96 bestätigte Borussia Mönchengladbach den zweiten Tabellenplatz und die Rolle des ersten Verfolgers von Borussia Dortmund


Doch geht vielleicht sogar noch mehr für die Fohlen? Das spricht dafür:

1. Schwächelnde Bayern

Sofern der FC Bayern München nicht plötzlich in die Erfolgsspur zurückfindet und eine lange Siegesserie hinlegt, könnte der Deutsche Meister 2018 wohl nach langer Zeit mal wieder jemand anderes sein. Neun Punkte Rückstand haben die Bayern auf Rang eins, auch Gladbach liegt fünf Zähler vor dem Rekordmeister. Solche Schwächephasen wurden immer mal wieder von Überraschungsteams ausgenutzt, wie dem VfB Stuttgart 2007 oder Wolfsburg 2009.

2. Keine Mehrfachbelastung

Im vergangenen Jahr wurde Gladbach nur Neunter und verpasste damit zum zweiten Mal in Folge das europäische Geschäft. Im DFB-Pokal gab es eine empfindliche Niederlage gegen Bayer Leverkusen in Runde zwei - die Fohlen treten also nur noch in der Bundesliga an. Sollte die Borussia bis zum Schluss im Titelrennen sein, könnte sich dies als großes Plus erweisen.

3. Tiefer Kader

Gladbach hat eigentlich einen Kader, der für mehr als einen Wettbewerb geeignet wäre. Vor allem in der offensive hat Trainer Dieter Hecking im Gegensatz zum Vorjahr die Qual der Wahl - denn es gibt zudem kaum Verletzte. Insbesondere die Tiefe im zentralen Mittelfeld kann so gut wie kein anderer Bundesligist aufbieten. Dies hält den Konkurrenzkampf sowie die Qualität im Training hoch und das ist derzeit auch auf dem Feld zu sehen. Spannend zu sehen wird sein, wie man defensiv den Ausfall von Abwehrchef Matthias Ginter auffangen kann.

4. Spielerische Klasse

In der vergangenen Saison hielt Dieter Hecking noch am von Lucien Favre implementierten 4-4-2 fest, zur laufenden Spielzeit aber verpasst er seiner Elf ein neues System und lässt auch dieses sehr flexibel spielen: Gegen Hannover beispielsweise spielten Thorgan Hazard und Alassane Plea auf dem Flügel, Lars Stindl im Sturmzentrum und Jonas Hofmann im zentralen Mittelfeld. Zum zweiten Durchgang wechselten alle ihre Position (Hofmann auf außen, Stindl ins Mittelfeld, Plea in den Mittelsturm, Hazard auf die andere Seite) und es lief noch besser. Derartige Wechsel sind auch im laufenden Spiel immer wieder zu beobachten, Stürmer lassen sich fallen, Mittelfeldspieler stoßen nach vorn. Selbst Rechtsverteidiger Michael Lang taucht immer mal wieder im gegnerischen Strafraum auf und erzielte gegen Hannover auch sein erstes Tor. Mit diesem Positionsspiel haben die Gegner mitunter große Probleme, derartig flexibel ist wenn überhaupt noch Borussia Dortmund.

Borussia Mönchengladbach spielt einen ansehnlichen und zugleich erfolgreichen Fußball. Dies kommt zum genau richtigen Zeitpunkt, an dem die Dominanz des FC Bayern scheinbar vorerst ein Ende gefunden hat. Bis zum Jahresende müssen die Gladbacher noch auswärts nach Leipzig, Hoffenheim und direkt vor Weihnachten nach Dortmund. Bestehen die Fohlen dort, dürfte in dieser Saison tatsächlich alles möglich sein.