​Max Kruse hat sich nach dem 1:1 seines ​SV Werder Bremen beim ​SC Freiburg zur öffentlichen Debatte um seinen Fitnesszustand geäußert und dabei die Medien kritisiert. Unterstützung bekam er von den beiden Trainern Florian Kohfeldt und Christian Streich.


Der letzte Sieg des SV Weder Bremen in der Bundesliga liegt mittlerweile eine bisschen zurück, auch am Wochenende reichte es nur zu einem Remis in letzter Sekunde in Freiburg. Insgesamt ist es dennoch bislang eine ordentliche Spielzeit für das Team von Trainer Florian Kohfeld, für seinen Kapitän Max Kruse persönlich aber nicht: Lediglich zwei Tore und zwei Assists gelangen ihm bisher.


Die Gründe dafür könnten verschiedene sein. Vielleicht ein bisschen Pech, wie beim 1:3 gegen ​Borussia Mönchengladbach, als Kruse freistehend den Anschlusstreffer auf dem Kopf hatte, aber verzog. Mit diesem Tor wäre die Partie sicher nochmal spannend geworden. Oder es liegt daran, dass der 30-Jährige noch mannschaftsdienlicher spielt als früher und als zumeist hängende Spitze eher im Hintergrund agiert. Doch die Medienberichte in der vergangenen Woche gingen in eine ganz andere Richtung: Max Kruse sei übergewichtig und nicht fit.


Dass der 14-malige Nationalspieler nie zu den Top-Athleten des deutschen Fußballs zählte, ist bekannt. "Sonntagmorgen nach dem Spiel: 20 Mann essen die gesunden Sachen und einer sitzt da und isst etwas, womit die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mal geworben hat", sagte Kohfeldt vor kurzem auf einer ​Podiumsdiskussion an der Universität Bremen und meinte damit Kruses Vorliebe für Nutella zum Frühstück. Doch daraus wurde noch viel mehr: Es entbrannte eine öffentliche Debatte um Kruses Fitness, es machten sogar Gerüchte über eine Fettabsaugung die Runde.

Letzteres dementierte Kruses Management vehement, bestätigte aber, dass der Angreifer neuerdings mit einem Personal Trainer zusammenarbeitet. Nach dem Spiel seiner Bremer in Freiburg am vergangenen Sonntag äußerte sich nun Kruse selbst zu der Thematik: "Das ist für mich eine absolute Frechheit. Vor drei Wochen war ich noch ein Kandidat für Jogi Löw, jetzt bin ich zu fett oder nicht fit genug. Die sollten alle mal wieder in die Realität zurückkommen."


"Also Leute, mal ein bisschen piano alle. Max ist mein Kapitän und Vertrauensspieler. Er führt diese Mannschaft auf seine Art und genau auf die Art, wie ich es möchte. Und Max hat heute eine gute Leistung gebracht", verteidigte Kohfeldt Kruse auf der Pressekonferenz nach der Partie im Schwarzwald-Stadion. "Vor vier Wochen haben wir auf Schalke 2:0 gewonnen. Dann lese ich in der Zeitung, warum Jogi Löw ihn nicht endlich mal wieder zur Nationalmannschaft holt. Drei Wochen später muss ich vor jedem Interview erklären, welchen Fitnesszustand er hat."


Unterstützung erhielt Kruse auch von seinem ehemaligen Coach Christian Streich: "Und wenn Sie nicht mehr wollen, dass er in Bremen kickt, kann er gleich hierbleiben", sagte der 53-Jährige in Richtung der Medien. Werders Nummer 10 hat von 2013 bis 2015 unter Streich im Breisgau gespielt. Am kommenden Samstag empfangen die Bremer den ​FC Bayern München im Weserstadion. Dies ist die perfekte Gelegenheit, die aktuelle Mini-Krise und damit auch die negativen Berichte zu beenden.