Video grab showing a supporter of River Plate gesturing at riot police in the surroundings of the Monumental stadium in Buenos Aires following an attack on the Boca team bus before the all-Argentine Copa Libertadores second leg final match between River Plate and Boca Juniors on November 24, 2018. - Saturday's 'superclasico' Copa Libertadores final was postponed until Sunday following an attack on the Boca team bus that left players affected by smoke inhalation and broken glass. (Photo by Ivan PISARENKO / AFP)        (Photo credit should read IVAN PISARENKO/AFP/Getty Images)

Wenn der Fußball zur Nebensache wird: 4 Spiele, die abgesagt werden mussten

Die Mutter aller Finals zwischen River Plate und den Boca Juniors in der südamerikanischen Copa Libertadores wurde auf den heutigen Sonntag verschoben, nachdem es vor der Partie zu Ausschreitungen kam. Derartige Szenarien sind ein Alptraum für Fußballprofis, die komplett aus ihrer Konzentration gerissen werden. Auch in der Vergangenheit gab es Fälle, in denen der Fußball zur Nebensache wurde.

1. FC Schalke 04 - Panathinaikos Athen

Im Jahre 2001 geschahen am 11. September Anschläge auf das World Trade Center, deren Bilder um die Welt gingen. Auch die Mannschaft des FC Schalke 04 sah sie, bevor sie in der Champions League gegen Panathinaikos Athen spielen mussten. Der Verein wird das erste Spiel seiner Geschichte in der Königsklasse niemals vergessen, denn obwohl man bei der UEFA anfragte, ob man das Spiel verschieben könne, zeigte sich der Verband hart: Die Knappen mussten auflaufen.


Die Partie endete mit einem 2:0-Sieg der Griechen, die deutlich besser mit der Situation umgingen als die Schalker. Die Gastgeber schossen kein einziges Mal auf den gegnerischen Kasten. Vor der Partie gab es eine Durchsage des Stadionsprechers und eine Schweigeminute. Die UEFA sagte im Übrigen die Mittwochs-Begegnungen des 12. September ab.  

2. AS Monaco - Borussia Dortmund

Vor der Champions-League-Partie gegen die AS Monaco im Jahre 2017 wurde der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund von einer Explosion erschüttert. Bei der Detonation nahe des Hotels, in dem die Mannschaft untergebracht war, wurden die Scheiben des Busses zersprengt und trafen viele Spieler, die gerade auf dem Weg ins Stadion waren. Marc Bartra musste wegen der „Fremdkörpereinsprengungen“ im Krankenhaus operiert werden.


Das Spiel wurde vom Dienstag auf den darauffolgenden Mittwoch verlegt und die AS Monaco gewann gegen mitgenommene Borussen mit 3:2. Die Nachwirkungen nahmen Dortmund noch mit bis zum heutigen Tag. Während der Gerichtsverhandlungen mussten viele Spieler als Zeugen aussagen. Der Angeklagte gab an, den Kurs der BVB-Aktie in die Tiefe treiben zu wollen. Kommende Woche wird ein Urteil erwartet.  

3. Dynamo Dresden - Hamburger SV

In der ersten Zweitligasaison des Hamburger SV gab es bereits einen größeren Aufreger: Die Begegnung des vierten Spieltags gegen Dynamo Dresden musste sehr kurzfristig abgesagt werden. Die sächsische Landespolizei bekam die aufgeheizte Situation in der Stadt vor dem Anpfiff nicht unter Kontrolle und untersagte den Anpfiff.


Neben der brisanten Partie fanden in Dresden - wie in vielen ostdeutschen Städten - Ausschreitungen wegen des Todes eines Deutschen und der Festnahme zweier Ausländer statt. Trotz eines großen Polizeiaufgebots und der Annahme, dass das Spiel stattfinden könne, ging der Abend anders aus.


„Um die Sicherheit der Fans in Dresden nicht zu gefährden, musste die DFL das Spiel auf Initiative des Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt leider absagen“, gab die DFL später bekannt. Die Hamburger Mannschaft war bereits in der Stadt und musste unverrichteter Dinge wieder abreisen. Das Spiel wurde erst über zwei Wochen später nachgeholt.  

4. Deutschland - Niederlande

Vor drei Jahren wurde ein Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden wegen einer Bombendrohung abgesagt. Die Ansetzung sollte im November 2015 in Hannover stattfinden, doch etwa 90 Minuten vor Anpfiff sagte die Polizei das Spiel ab. Es habe einen ernstzunehmenden Hinweis auf mögliche Sprengstoffanschläge gegeben, meldeten die Behörden.


Die Situation schien allerdings schnell unter Kontrolle gebracht worden zu sein. Um das Stadion herum wurden Durchsagen getätigt, dass die Besucher „zügig, aber ohne Panik“ nach Hause gehen sollten. Die Situation rief noch am selben Abend die Bundesregierung auf den Plan, die sich der Vorgänge annahm.


Die deutsche Mannschaft war zu dem Zeitpunkt noch nicht auf dem Weg ins Stadion und blieb somit weitgehend unbehelligt. Aber es ist davon auszugehen, dass ihnen ein gewisser Schreck in die Knochen gefahren ist. Die Partie wurde schließlich auch nicht nachgeholt. Da es sowieso kein Pflichtspiel war, wollte man den düsteren Tag für den Fußball einfach nur hinter sich lassen.