In den vergangenen Tagen veröffentlichte der Spiegel​ im Rahmen der 'Football Leaks'-Reihe Enthüllungen, nach denen Real Madrids Kapitän Sergio Ramos mehrfach gegen die Richtlinien der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sowie des spanischen Anti-Doping-Gesetzes verstoßen haben soll. ​Sowohl der Verein als auch der Spieler selbst dementierten jegliche Berichte, weshalb das Nachrichtenmagazin nun eine Kopie des Briefes an die medizinische Abteilung der Königlichen veröffentlichte, die einen der zahlreichen Vorwürfe untermauert.


Im Fokus steht dabei die Partie zwischen dem FC Malaga und Real Madrid, die am 15. April dieses Jahres ausgetragen wurde. Im Anschluss an den 2:1-Sieg sollte Ramos eine Dopingprobe abgeben, haderte allerdings mit dieser Entscheidung. Demnach hätten seine Mannschaftskollegen bereits auf ihn gewartet, da man zügig nach Madrid zurückfliegen wolle. Ramos bat daher darum, eine Dusche nehmen zu dürfen.


Jedoch ist dies laut den Regularien des Anti-Doping-Gesetzes in Spanien untersagt und gilt möglicherweise als Behinderung des Kontrollverfahrens. Doch sowohl Ramos als auch der zuständige Mannschaftsarzt beschwerten sich und behaupteten, dass dies sehr wohl erlaubt sei. Trotz mehrfacher Warnungen ging Ramos daher vor den Augen des Kontrolleurs duschen.


Dies belegt der entsprechende Brief der spanischen Anti-Doping-Agentur (AEPSAD) an den Chef der medizinischen Abteilung von Real Madrid, den der Spiegel nun veröffentlichte. Darin heißt es unter anderem: "Ich habe ihm nicht die Erlaubnis gegeben, zu duschen. Der Spieler hat meine Warnungen ignoriert und ist in meiner Anwesenheit duschen gegangen."

​​Die Strafen für einen Regelverstoß sind vielfältig, reichen von einer Geldstrafe des Vereins in Höhe von 300.000 Euro über Punktabzüge, einem Zwangsabstieg sowie eine vierjährige Sperre des Mannschaftsarztes oder des betroffenen Spielers. Dementsprechend ernst wurde die Situation in der spanischen Hauptstadt behandelt, jedoch bezogen weder Ramos, noch Real Madrid gegenüber der Anti-Doping-Agentur Stellung. 


Wie berichtet wird, erklärte die AEPSAD jedoch im September, dass die Untersuchungen "keinen Nachweis erbringen können, die es erlauben würden, zu dem Ergebnis zu kommen, dass eine Verletzung der Anti-Doping-Regeln vorliegt." Normalerweise sei solch eine Reaktion bereits nach wenigen Wochen üblich, im Fall von Sergio Ramos dauerte es allerdings mehrere Monate. 


Somit wird die Gegendarstellung der Madrilenen widerlegt, laut der man die Regularien zu keinem Zeitpunkt verletzt habe. So hieß es laut ​Goal: "In Bezug auf die vom Spiegel veröffentlichten Informationen über unseren Kapitän Sergio Ramos erklärt der Verein Folgendes: Sergio Ramos hat die Anti-Doping-Regularien niemals verletzt. Die UEFA verlangte rechtzeitige Informationen und schloss die Angelegenheit unverzüglich ab, wie es in diesen Fällen üblich ist, nachdem sie von den Experten der Welt-Anti-Doping-Agentur, der WADA und der UEFA überprüft wurde. Im Übrigen äußert sich der Klub nicht mehr zum Inhalt der Veröffentlichung, solange er haltlos ist."