Der Profifußball ist momentan - vor allem in Deutschland - emotional aufgeladen. Die Mehrzahl der Fans möchte Fußball abseits von extremer Kommerzialisierung genießen und Traditionen wahren. Funktionäre und Verbände hingegen streben weiterhin nach Profit und Eigeninteressen. Der Präsident des südamerikanischen Fußballverbands treibt es auf die Spitze.


Der südamerikanische Kontinentalverband CONMEBOL hat einen wahnwitzigen Vorschlag. Laut New York Times hat sich Präsident Alejandro Dominguez bei der vergangenen Sitzung des FIFA-Councils in Ruanda dafür eingesetzt, die Fußball-Weltmeisterschaft alle zwei Jahre auszurichten. Die WM in kürzeren Intervallen auszurichten, sei die bessere Alternative zu Kontinentalmeisterschaften, heißt es in dem Schriftstück. Daneben ist Dominguez der Meinung, dass mehr Spieler so die Chance bekämen an einer WM-Endrunde teilzunehmen. 


Die südamerikanischen Verbände sind zudem Befürworter der Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino, der bereits die WM 2022 in Katar mit 48 statt 32 Teams austragen lassen möchte. Infantino erhofft sich noch mehr Einnahmen, besonders die kleinen Verbände sichern ihm Unterstützung zu. Doch der Schweizer steht wegen seiner Reformpläne massiv in der Kritik. 

Dass die WM mit 48 Ländern eher früher als später kommen wird, gilt als abgemacht. Doch die Erfolgsaussichten von Rodriguez' Vorhaben erscheinen gering. 


Besonders der europäische Fußballverband macht nicht den Eindruck, das Produkt Europameisterschaft aus der Hand geben zu wollen. Außerdem ist unklar, ob und unter welchen Rahmenbedingungen die anderen Kontinentalmeisterschaften wie die EM bestehen bleiben würden. Insgesamt stehen zu viele Fragezeichen im Raum, weshalb wohl selbst eine profitorientierte Organisation wie die FIFA den Vorschlag nicht in die Tat umsetzen wird.