​Da Philipp Bargfrede nun verletzt bis zum Ende des Jahres ausfällt, muss Trainer Florian Kohfeldt bei ​Werder Bremen umdisponieren. Dabei spielt Neuzugang Nuri Şahin eine besondere Rolle, die aber nicht als Ersatz für Bargfrede zu verstehen ist. Auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen den ​SC Freiburg erklärte Kohfeldt: „Nuri ist ein anderer Typ“. Aber er ist einer, der vorangehen soll.


Eine bittere Nachricht für Werder in dieser ohnehin schwierigen Situation: ​Philipp Bargfrede, Mittelfeldmotor und Abräumer, wird bis zur Winterpause nicht mehr auflaufen können. Umso zufriedener wird man an der Weser sein, dass man Nuri Şahin im Sommer von Borussia Dortmund verpflichten konnte. Der 30-Jährige ist zwar ebenfalls im zentralen Mittelfeld zu Hause, hat aber deutlich andere Qualitäten als der verletzte Bargfrede.


Das machte auch Trainer Florian Kohfeldt vor der Bundesliga-Partie gegen Freiburg deutlich, als er sagte: „Natürlich ist Nuri jemand, der eine ähnliche Position spielt“, aber er sei "kein Ersatzmann" für Bargfrede. Letzterer kann ohnehin nur schwer 1 zu 1 ersetzt werden. Der 29-Jährige ist mittlerweile der dienstälteste Profi bei Werder und wäre ohne seine Verletzungsanfälligkeit mit hoher Sicherheit jahrelang Stammspieler gewesen.


Die Verantwortung solle auf mehrere Schultern verteilt werden, blickte Kohfeldt voraus. Şahins Rolle in der Mannschaft habe nun natürlich eine sehr hohe Bedeutung, aber er solle nicht alleinig für das Wohl und Weh der Bremer ohne Bargfrede verantwortlich gemacht werden.


Dies wurde auch dadurch belegt, dass Şahin bereits gemeinsam mit Bargfrede im Mittelfeld aufgelaufen ist. Dabei übernahm er taktischere Aufgaben im Spiel, während er das Abräumen Bargfrede überließ. Sahin habe schon weit vor Bargfredes Ausfall das vollste Vertrauen des Trainerteams genossen, versicherte Kohfeldt. Der Mittelfeldspieler sei auch immer eine Option für die Startelf.

SV Werder Bremen v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Trainer Florian Kohfeldt kennt die Qualitäten seiner Spieler genau



Jetzt kommt es tatsächlich darauf an, dass der Neuzugang seine gesamte Erfahrung für die Hanseaten einbringt. Nach drei Niederlagen in Folge muss Bremen wieder ein Spiel gewinnen, um den Anschluss an die oberen Plätze zu halten. Kohfeldt traut Şahin diese Leistungen zu. Der Trainer sieht ihn „unabhängig von der Leistung auf dem Platz als Person, als Führungsspieler, als jemanden, der eine Mannschaft führen und den Rhythmus auf dem Platz bestimmen kann.“


Wegen dieser Qualitäten hat man Şahin nach Bremen geholt. In allen Aussagen des Trainers hört man aber deutlich heraus, wie unersetzbar und wichtig für das Bremer Spiel Philipp Bargfrede weiterhin ist. Auch, wenn Kohfeldt explizit die gesamte Mannschaft in die Pflicht nimmt, dürfte Sahin gegen Freiburg einen gewissen Druck verspüren, den Verletzten gebührend zu vertreten.