Bei der AS Monaco läuft es derzeit überhaupt nicht rund. Die Monegassen stehen in der Ligue 1 auf einem direkten Abstiegsplatz, vollzogen die Trennung vom langjährigen Erfolgstrainer Leonardo Jardim und hoffen mit Thierry Henry auf die Wende. Der einstige Weltklasse-Stürmer von Arsenal London sowie dem FC Barcelona ​hat zwar noch kein Pflichtspiel gewonnen, hinterlässt bei seinen Spielern allerdings einen sehr guten Eindruck. Gegenüber Sport Bild schwärmt Benjamin Henrichs vom neuen Trainer, von dem er sich viel erhofft.


Zwei Remis und vier Niederlagen - die Start-Bilanz hätte für Thierry Henry kaum schlechter sein können. Der 41-Jährige trat im Oktober die freie Stelle bei der AS Monaco an, nachdem er zuvor unter Roberto Martinez einige Erfahrungen als Co-Trainer der belgischen Nationalmannschaft sammeln durfte. 


Von nun an selbst für eine Mannschaft verantwortlich zu sein, ist noch einmal ein anderes Kaliber. Hinzu kommt der Druck und die hohe Erwartungshaltung, die aufgrund seiner glorreichen Zeit als Spieler auf ihn einprasselt. 


Benjamin Henrichs erlebt den Welt- und Europameister täglich hautnah am Trainingsplatz. Der Außenverteidiger wechselte im Sommer von Bayer Leverkusen nach Frankreich und kommt, wenn es um Henry geht, nicht mehr aus dem Staunen heraus: "Es ist ein krasses Gefühl, wenn er vor einem steht. Und bei Auswärtsspielen sind die Spieler bei Fans und Medien nicht mehr gefragt. Alle stürzen sich auf den Trainer."


Als die Monegassen zum Auftakt der Champions League gegen Atlético Madrid antraten, war Henry bereits vor Ort. "Als ich ihn sah, wollte ich nach einem Foto mit ihm fragen. Das hatte sich nicht ergeben", erinnert sich Henrichs - "und kurz darauf war er unser Trainer."

AS Monaco v Paris Saint-Germain - Ligue 1

   Ratloses Gesicht: Mit der AS Monaco hat Thierry Henry bereits fünf Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz



Henry sei in den Einheiten aktiv, spreche viel mit den Spielern und unterbreche oft, um Korrekturen vorzunehmen. Dabei verkneift er es sich offenbar nicht, selber mitzuwirken: "Da sieht man, was für ein brutal guter Spieler er war. Bei ihm sieht alles so locker aus, als ob es nichts wäre", zeigt sich der 21-Jährige erstaunt. "Neulich hat er sich im Training einen jungen Innenverteidiger geschnappt und gegen ihn Eins-gegen-eins gespielt. Dabei hat er ihm erklärt, wie er in den Zweikampf und an den Ball kommen kann."


Von seinem neuen Trainer könne man nur lernen, und ohnehin hat Henrichs das Gefühl, von Henry zu profitieren. Nicht nur, weil er in nahezu jeder Partie zum Einsatz kommt, sondern auch aufgrund der offensiven Rolle der Außenverteidiger: "Ich habe ein Tor erzielt. Mir kommt zugute, dass der Trainer möchte, dass die Außenverteidiger extrem weit nach vorn schieben."


Trotz der gegenwärtigen Krise, in der sich die Mannschaft befindet, zeigt sich der Ex-Leverkusener optimistisch: "Wir haben viele Videoanalysen. Aber meist spricht der Coach dabei über das Positive – was wir richtig gemacht haben, wie wir die Situationen ideal ausspielen können. Mit ihm kommen wir aus der Krise." Allerdings ist klar: Der Name allein wird Thierry Henry nicht allzu lange einen Welpenschutz gewähren. Wenn die Resultate ausbleiben, steht er umso mehr in der Verantwortung, um die richtigen Lösungen zu finden.