​Die Länderspielpause ist für die Vereine in der Bundesliga eine heikle Phase, schließlich hat man nicht alle seiner Schützlinge unter den eigenen Fittichen und muss sich daher stets auf eine Hiobsbotschaft einstellen. Zuletzt traf es dabei Hannover 96 besonders hart. Mit ​Ihlas Bebou verletzt sich einer der wichtigsten Spieler der Niedersachsen im Kreise seiner Nationalmannschaft und fällt bis zum Jahresende aus. Manager ​Horst Heldt ist daher sichtlich genervt und denkt über eine drastische Maßnahme nach.


Der 24-Jährige hatte sich auf einer Länderspielreise mit seinen Kollegen der togolesischen Nationalauswahl einen Sehnenteilriss im Oberschenkel zugezogen und muss nun wochenlang pausieren. Dabei monierte Heldt nun die Umstände der Verletzung, die durch die seiner Meinung nach zu riskante Vorbereitung von Nationaltrainer Claude Le Roy begünstigt wurde. "Ich kann von einem Spieler nicht erwarten, dass er da rebelliert. Aber ich kann von der FIFA erwarten, gewisse Standards einzuführen. Und da gehört Training bei 30 Grad auf einem Kunstrasenplatz nicht dazu", so der aufgebrachte Funktionär laut dem kicker.

Hannover 96 v FC Augsburg - Bundesliga

Vor seiner Verletzung verpasste Ihlas Bebou in dieser Saison erst ein Spiel



Durch dieses Geläuf seien Verletzungen gewissermaßen vorprogrammiert. "Wenn eine Piste nicht gut ist, fahren die Skifahrer da auch nicht runter", so der 48-Jährige. Um seine Spieler in Zukunft vor solchen Begebenheiten zu schützen, kann sich der Manager sogar vorstellen Strafen in Kauf zu nehmen. Diese wären nämlich fällig, wenn sich der Klub weigert, einen Spieler für die Nationalmannschaft seines Landes abzustellen. Dabei rechnete Heldt vor, dass eine Sperre von ein bis zwei Spielen leichter zu verkraften sei, als ein Ausfall von mehreren Wochen. Schließlich bliebe aktuell die gesamte Verletzungsproblematik bei den Vereinen hängen. Der Ausfall von Bebou sei so nur "schwer zu ertragen".


Es ist nicht das erste Mal, dass die Niedersachen und der togolesische Verband aneinander geraten. So hatte die Le Roy bereits im vergangenen Jahr Bebou einbestellt, obwohl die Hannoveraner bereits zuvor eine Verletzung bei dem Offensivspieler erkannt hatten. Die Ärzte der afrikanischen Republik wollten sich jedoch selbst ein Bild machen und bestanden auf die anstrengende Reise. Nach kurzer Untersuchung wurde der Rechtsaußen dann aber wieder prompt zurückgeschickt.