​Zu Saisonbeginn haben sich die Verantwortlichen des ​VfB Stuttgart dafür entschieden, mit ​Orel Mangala einen talentierten Mittelfeldspieler an den ​Hamburger SV auszuleihen. Bei seinem neuen Klub wusste der Youngster zuletzt derart zu überzeugen, dass nun auch Sportvorstand Michael Reschke klar stellte, dass man ab der kommenden Saison wieder mit dem Sechser plant. Die Rückholaktion macht für die Schwaben auf mehreren Ebenen Sinn.


Dass die Vereinsführung und auch Trainer Markus Weinzierl mit der bisherigen Leistung ihrer zentralen Mittelfeldspieler nicht zufrieden sein können, dürfte klar sein. Der letzte Tabellenplatz, auf den sich die Mannschaft in den letzten Monaten manövriert hat, liegt schließlich auch zu einem großen Teil daran, dass es der Mannschaft nur äußerst selten gelingt, sich im Zentrum ein Übergewicht zu erspielen. Dabei hatte vor allem Reschke große Hoffnungen in Neuzugang Gonzalo Castro gesteckt. Der ehemalige Dortmunder konnte bislang aber noch überhaupt nicht überzeugen und läuft seiner Bestform meilenweit hinterher.


Zuletzt schenkte der neue Cheftrainer der Stuttgarter daher Dennis Aogo als alleinigem Sechser das Vertrauen. Der Routinier machte zuletzt zwar gegen Nürnberg einen ordentlichen Job, die auf dieser Postion nötige Dynamik bringt der 31-Jährige aber nicht mehr konstant auf den Rasen. Damit sind wir bei einem generellen Problem der Mittelfeldzentrale des VfB angekommen. Die fehlende Spritzigkeit. So kam auch Kapitän Christian Gentner zuletzt wieder zentraler zum Einsatz. Der bereits 33-Jährige besticht zwar durch starke Ausdauerwerte, bei kurzen Sprints sieht er jedoch zumeist nur die Hacken seiner Gegenspieler.


​Der mit Abstand giftigste zentrale Mittelfeldspieler der Stuttgarter ist mit Sicherheit Santiago Ascacibar. Der junge Argentinier konnte in dieser Spielzeit jedoch noch nicht an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen und verliert im Schnitt knapp fünf Prozent mehr seiner Zweikämpfe. Dabei muss man dem Gaucho jedoch zu Gute halten, dass er häufig als Ausputzer agiert und von Brandherd zu Brandherd eilt. Nicht verschweigen darf man dabei jedoch auch, dass der Youngster mit so manchem kapitalen Fehlpass die Gegner immer wieder einlädt.


Umso schmerzlicher, dass der VfB mit Mangala unnötigerweise einen Spieler freiwillig abgegeben hat, der viele Schwachstellen in der Mittelfeldzentrale beheben könnte. So gilt der 20-Jährige trotz seines jugendlichen Alters als beinharter Zweikämpfer und bringt auch die nötige Physis mit. Zudem blüht der belgische U21-Nationalspieler beim HSV auch auf spielerischer Ebene auf und gestaltet das Spiel der Hanseaten mit einer überzeugenden Ruhe am Ball. Dabei muss man zwar einräumen, dass die zweite Liga auf einem anderen Niveau agiert als die höchste deutsche Spielklasse, angesichts der Leistungen zuletzt wäre Mangala derzeit aber ein großer Gewinn für den VfB.

Hamburger SV v DSC Arminia Bielefeld - Second Bundesliga

Beim HSV ist Mangala unangefochtener Stammspieler


Dabei spielt nicht nur seine jetzige Qualität eine Rolle, sondern vor allem auch sein großes Potenzial. Während Spieler wie Christian Gentner oder Gonzalo Castro ihre besten Zeiten definitiv bereits hinter sich haben, steht der Führungsspieler der Hanseaten erst am Anfang seiner Entwicklung. Die nötige Verjüngung in der Mittelfeldzentrale wird durch die Rückkehr des Mittelfeldakteurs vorangetrieben. Der Youngster könnte zudem bei einem möglichen Aufstieg mit dem HSV jede Menge Selbstvertrauen in das Team injizieren.


Da der VfB in den kommenden Jahren das obere Tabellendrittel angreifen will, dürften jedoch auch weitere Verpflichtungen in der Schaltzentrale unabdingbar sein. Gute Sechser wachsen jedoch nicht auf Bäumen. Doch selbst wenn die Schwaben noch den einen oder anderen Transfercoup landen können, wäre ein Mangala in der Hinterhand Gold wert. Zuletzt fehlte schließlich stets ein adäquater Back-up für Ascacibar, der in manchen Momenten etwas überspielt wirkte. Durch sein deutliches Statement hat nun auch Reschke die Bedeutung des ehemaligen BVB-Junioren erkannt und seine Fehleinschätzung im Sommer korrigiert.