Seit fast zwölf Jahren spielt Franck Ribery für den ​FC Bayern München. In dieser Zeit bescherte der Franzose den Fans des Rekordmeisters nicht nur besondere Momente und viele Titel, sondern sorgte auch für viele Kontroversen. Speziell Riberys Verhalten auf dem Platz sorgt immer wieder für kritische Stimmen. Nach dem jüngsten Eklat bei der 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund erklärt Matthias Sammer nun, wieso der 35-Jährige sein Temperament nicht immer unter Kontrolle hat. Zudem sind Details über einen weiteren Vorfall aufgekommen. 


Eigentlich hat die Hand im Gesicht eines Gegenspielers nichts zu suchen, doch immer wieder lässt sich Franck Ribery von den Kontrahenten auf dem Platz provozieren. Sogar im Champions-League-Finale von 2013 verpasste er Robert Lewandowski, mit dem er heute gemeinsam auf dem Platz steht, einen Schlag mit dem Ellbogen. 


Das Kuriose: Eine Rote Karte musste der Flügelspieler nur selten hinnehmen. Um genau zu sein, zweimal: 2009/10 im Champions-League-Halbfinale gegen Olympique Lyon sowie 2012/13 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FC Augsburg. Gelb-Rot gab es ebenfalls nur zweimal, weshalb Ribery häufig mit einer Verwarnung und der Aufruhr der gegnerischen Seite davonkam.

FBL-GER-CUP-AUGSBURG-BAYERN MUNICH

  Franck Riberys letzter Platzverweis stammt vom 18. Dezember 2012


​Kurz vor der Länderspielpause legte er sich nach der knappen Niederlage beim BVB mit dem französischen Journalisten Patrick Guillou an, soll ihn dabei beleidigt und körperlich angegriffen haben. Der Fall ist mittlerweile ad acta gelegt, doch noch immer stellt sich die Frage, weshalb Ribery immer wieder mit solchen Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam macht.


Matthias Sammer versucht in seinem Video-Podcast 'Sammer Time'  eine Antwort darauf zu geben. Der heutige TV-Experte war von 2012 bis 2016 als Sportdirektor der Münchner tätig, kennt den Franzosen daher bestens. "Es ist richtig, er ist kein perfekter Mensch, er ist hochemotional, er war immer zu Scherzen, Späßen und kleinen Streichen aufgelegt. Er hat eigentlich das Kindliche in sich erhalten. Das ist etwas Wunderbares", so Sammer über Ribery.


Sammer: "Das hat er nie in den Griff bekommen"


Er habe sich oft mit dem 35-Jährigen unterhalten, vor allem über seine Herkunft. Ribery, in Boulogne-sur-Mer geboren, hatte kein einfaches Leben, schaffte erst im Jahr 2004 den Durchbruch im Fußball. "Er hat auch gute Freunde verloren, da ging es rau auf den Straßen zu. Er ist sehr geprägt von dieser Zeit in Verbindung zu seiner Persönlichkeit", erklärt Sammer.


Der Ausraster in Dortmund sei daher kein Zufall gewesen: Ribery sei nun mal emotional, gehe zudem auf das Ende seiner Karriere zu. "Dann verlierst du noch in Dortmund und wenn man ihn zwischendurch ein bisschen auf dem Spielfeld provoziert – das hat er persönlich nie richtig in den Griff bekommen, dort cooler zu reagieren."


Allerdings wollte er hervorheben, dass der Flügelspieler selbst weiß, dass er keineswegs perfekt ist: "Er selbst nimmt für sich keine Perfektion in Anspruch. Das ist aber ein Thema, wo er gegenüber dem Journalisten vielleicht ruhig Blut bewahren muss. Er hat Ecken und Kanten, ist nicht perfekt. Er darf das nicht machen, aber wir sollten auch trotz alledem alles in Gänze nicht so verurteilen."


Für weitere Turbulenzen könnte auch dieser Vorfall sorgen: Laut Zeugenaussagen, die dem  Sportbuzzer vorliegenkam es Mitte September nach dem 3:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen zu einer heftigen Auseinandersetzung mit einem Fotografen. Ribery stieg laut des Berichts aus einem Taxi aus, ging "wutentbrannt" auf den Fotografen zu und packte ihn am Handgelenk, nachdem er den Franzosen fotografiert hat. Ribery soll ihn lautstark dazu aufgefordert haben, die Bilder zu löschen. Auf Nachfrage bezog der FC Bayern zu den Vorkommnissen keine Stellung.