​Als amtierender Vizemeister steht der ​FC Schalke 04 nach elf Spieltagen nur auf Rang 14 der Bundesliga und stellt dabei den harmlosesten Angriff. Liegen die Gründe auch in der ​Transferpolitik? Sportvorstand Christian Heidel ist ganz klar anderer Meinung.


"Wir können da nichts schönreden. Wir stehen auf dem Platz, auf dem wir stehen und das hat einfach auch Gründe", erklärte Christian Heidel bei Sky, doch die Transfers gehören laut Schalkes Sportvorstand nicht dazu. "Man muss sich die Frage stellen: Würde ich heute etwas anders machen? Vielleicht in Nuancen. Aber ich würde immer wieder einen Mark Uth und einen Salif Sané holen und einige andere auch. Das war schon stimmig. Aber das Ergebnis passt momentan einfach nicht zusammen, da gebe ich den Kritikern recht."


Vor allem die Verpflichtung von Sebastian Rudy für 16 Millionen Euro vom ​FC Bayern München wurde kritisiert, denn der WM-Teilnehmer ist bisher noch nicht richtig bei seinem neuen Klub angekommen. "Ich finde es unfair, einen Spieler zu bewerten, nachdem er jetzt acht Spiele bei uns gemacht hat", verteidigte Heidel den 28-Jährigen, der sich in Gelsenkirchen an eine neue Spielanlage anpassen müsse. "Da muss man ihm einfach ein bisschen mehr Zeit geben. Aber ich habe überhaupt keine Zweifel, dass Sebastian Rudy ein top überdurchschnittlicher Fußballspieler ist."

FC Schalke 04 v SV Werder Bremen - Bundesliga

Sebastian Rudy (l.) und Mark Uth spielten schon einmal in Hoffenheim zusammen


"Vielleicht haben wir uns alle das ein bisschen zu rosig vorgestellt, dass es einfach schneller geht“, sagte Heidel weiter. „Da müssen wir dem Jungen und uns insgesamt leider ein bisschen mehr Zeit geben. Aber natürlich wissen wir: Wir haben nicht viel Zeit nach diesem Saisonstart.“ Denn der Saisonstart ging komplett daneben, mit lediglich zehn Zählern befinden sich die Königsblauen derzeit im Abstiegskampf.  Am Samstag trifft der FC Schalke in der Bundesliga zum Topspiel auf den ​1. FC Nürnberg.


"Wir müssen alles dafür tun, dass wir uns zumindest bis zur Winterpause abgesetzt haben von da unten und dann eine komplett neue, erfolgreichere Rückrunde spielen", stellte Heidel klar. Die aktuellen Verletzungsprobleme, vor allem im Angriff, machen es den Knappen und Trainer Domenico Tedesco nicht leicht, mit lediglich acht Toren aus elf Spielen stellen sie ohnehin schon die harmloseste Offensive der Liga (gemeinsam mit dem ​VfB Stuttgart.) Im kommenden Sommer steht dann möglicherweise ein ​Umbruch an, bei dem Heidel vielleicht ein glücklicheres Händchen beweist.