​Am 11. Spieltag konnte der ​VfB Stuttgart im vierten Anlauf unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl endlich den ersten Sieg feiern. Trotz des Sieges gegen den ​1. FC Nürnberg liegen die Schwaben derzeit auf dem letzten Tabellenplatz. Damit es bei den Stuttgartern wieder aufwärts geht, ist es von Nöten, ein stabiles Gerüst innerhalb der Mannschaft zu finden. Entgegen der Meinung von so manchem Anhänger des VfB könnte dabei ​Andreas Beck eine tragende Rolle spielen. Die nackten Zahlen sprechen schließlich eindeutig für den routinierten Außenverteidiger.


Hört man sich in Fankreisen des Traditionsvereins um, kommt der 31-Jährige zumeist nicht sonderlich gut weg. Zu defensiv empfinden viele dessen Interpretation eines Außenverteidigers und vermissen zumeist Impulse im Spiel nach vorne. Dabei sollte man jedoch nicht außer Acht lassen, dass der ehemalige deutsche Nationalspieler einer der größten Stabilisatoren der Stuttgarter Defensive ist. Wie wichtig er dabei für die Weinzierl-Elf ist, wird durch eine Statistik überdeutlich. So konnte der VfB in dieser Spielzeit ohne Beck noch keinen einzigen Punkt holen. Mit dem gebürtigen Weißrussen auf dem Rasen, waren es immerhin deren acht.

Hannover 96 v VfB Stuttgart - Bundesliga

Andreas Beck zeigt immer vollen Einsatz


In einem Gespräch mit der BILD wollte sich der ehrgeizige Profi von dieser Bilanz jedoch nicht blenden lassen und betonte, dass ihn diese Statistik zwar freue, er dennoch lieber mehr als nur acht Punkte geholt hätte. Dass es der Deutsche seit seiner Rückkehr im Sommer 2017 von Besiktas Istanbul schwer hat, sich wieder in die Herzen der Fans zu spielen, ist für ihn selbst angesichts der aktuellen Situation wenig verwunderlich. 


"Ich bin ein erfahrener Spieler, der Meisterschaften gewonnen und Champions League gespielt hat. Da ist es doch klar, dass die Fans gewisse Erwartungen haben. Und wenn es dann als Mannschaft insgesamt nicht so läuft, ist es logisch, dass die Anhänger unzufrieden sind", so der Rechtsverteidiger. Dabei ist sich der Rechtsfuß auch durchaus bewusst, dass er "nicht der spektakulärste Spieler" ist. Dennoch zeigte er sich auch selbstbewusst und betonte, dass er der Mannschaft seiner Meinung nach helfen kann.

1. FC Nuernberg v VfB Stuttgart - Bundesliga

Trainer Markus Weinzierl schätzt die Verlässlichkeit seines Verteidigers


Dabei liegt die größte Stärke des Verteidigers mit Sicherheit in seiner robusten Zweikampfführung. Gegen die Franken konnte er so 64 Prozent seiner Zweikämpfe für sich entscheiden. In der bisherigen Spielzeit liegt sein Durchschnittswert sogar bei 64,7 Prozent. Damit ist der VfB-Profi nach Nürnbergs Robert Bauer, Freiburgs Oliver Sorg und Bayern-Verteidiger David Alaba der viertstärkste Zweikämpfer auf der Außenverteidigerposition in der gesamten Liga.


Unterm Strich gehe es ohnehin nicht vorrangig darum, die Fans mit seiner Spielweise zufrieden zu stimmen. Vielmehr müsse man versuchen die Vorgaben des Trainers umzusetzen. "Manchmal will er vielleicht, dass wir Außenverteidiger die Bälle lang in die Spitze schlagen, um auf die zweiten Bälle gehen können. Das sieht nach außen dann vielleicht nicht sonderlich gut aus. Aber deshalb kann ich es ja nicht bleiben lassen", so der Routinier. Beim Freitagspiel gegen Leverkusen dürfte er daher wieder gefragt sein.