​Während RB Leipzig in der Meisterschaft weiter Kurs auf die oberen Plätze hält, rauchen hinter den Türen die Köpfe: Timo Werner hat seinen Vertrag noch nicht verlängert. Leipzig will seinen Vorzeigespieler unbedingt länger an sich binden, denn er steht schon im Fokus einiger Konkurrenten.


Bei RB Leipzig hat man zuletzt einiges an Planungssicherheit gewinnen können. Viele Leistungsträger sind bis 2022 oder 2023 an den Klub gebunden und auch für die kommende Spielzeit ist man schon vorbereitet. Julian Nagelsmann steht als neuer Trainer ab Sommer 2019 fest und soll die Mannschaft auf mehreren Ebenen zum Erfolg führen.


Doch mit dem „Aushängeschild des Vereins“, wie Geschäftsführer Oliver Mintzlaff Timo Werner nennt, steht eine Einigung noch aus. Sein derzeitiger Vertrag läuft nur noch bis 2020. Als Werner im Sommer 2016 vom ​VfB Stuttgart nach Leipzig kam, bestanden seine Berater auf ein Ablaufdatum im Jahr 2020. Dies soll daran gelegen haben, dass keine feste Ausstiegsklausel vereinbart werden konnte.


Somit hält sich Werner alle Optionen offen. Dass RB Leipzig gerne mit ihm verlängern würde, dürfte der deutsche Nationalspieler wissen. Falls nicht, macht es sein Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick gegenüber Sport Bild nochmals deutlich: „Er hat sich bei uns sportlich und persönlich sehr gut weiterentwickelt, ist eine tragende Säule und Konstante in unserer Offensive.“ Rangnick lässt keinen Zweifel: „Natürlich wollen wir den Vertrag mit Timo Werner gerne verlängern.“


Obwohl er bei RB Leipzig als Schlüsselspieler gilt und den Sprung in die Nationalmannschaft in erster Linie wegen seiner Leistungen im Verein gemacht hat, könnte der ambitionierte Werner bald eine neue Herausforderung suchen. Entscheidend wird wohl auch sein, ob sich die Bullen im kommenden Jahr für die Champions League qualifizieren können – in dieser Spielzeit reichte es nur für die Europa League.

Borussia Dortmund v RB Leipzig - Bundesliga

Viele warme Worte von Ralf Rangnick (li.) und Oliver Mintzlaff an Timo Werner


​Gleichzeitig ist die Struktur der Mannschaft gefestigt und man kann die Zukunft optimist​isch angehen. RB Leipzig ist in jedem Fall ein Kandidat für die Tabellenspitze – auch ohne Werner. Aber natürlich weiß man im Verein um seine Qualitäten: „Sein Wechsel zu uns war der absolut richtige Schritt, und ich glaube, dass er bei unserem Verein auch noch den nächsten Schritt machen kann“, sagt Rangnick weiter.


Mintzlaff erklärt, dass Werner perfekt auf den „dynamischen Vereinsstil“ zugeschnitten sei. Der 22-Jährige besticht tatsächlich durch seine pfeilschnellen Antritte und unwiderstehlichen Tempodribblings. Vor dem Tor ist er eiskalt und zeigt nur selten Nerven. Im Eins-gegen-Eins-Duell mit den Torhütern trifft der gebürtige Stuttgarter meist die richtige Entscheidung. Damit wäre er eine Waffe für jede Mannschaft.


Hilft eine Gehaltserhöhung gegen die namhaften Interessenten?


Es steht wohl auch eine klare Gehaltsaufbesserung im Raum, die Werner zum Bleiben bewegen könnte: „Es geht auch ums Finanzielle“, zitiert der Bericht Ralf Rangnick. Momentan beläuft sich sein Jahresgehalt auf etwa 3,3 Millionen Euro. Die Summe sei seit zwei Jahren unverändert. Bei einer Verlängerung wäre wohl eine deutliche Steigerung drin. Allerdings könnte er wohl bei anderen Vereinen noch besser verdienen.


Die Bullen haben nicht die beste Ausgangslage für die Gespräche mit Werner. Auch aus der Premier League soll es Interesse am Confed-Cup-Sieger geben. Aber nun gilt insbesondere Borussia Dortmund als Konkurrent im Werben um Werners Zukunft. Wie Sport Bild berichtet, erwarten die Bullen spätestens im Sommer ein konkretes Angebot vom BVB.


Wenn Werner sich bis dahin nicht zu einer Verlängerung entschließt, könnte ein Verkauf erfolgen. Es dürfte unwahrscheinlich sein, dass RB den Superstar ein Jahr später ablösefrei ziehen lässt. Sein Marktwert wird auf 60 Millionen Euro beziffert und schließlich könnte er den Bullen sehr viel Geld in die Kassen spülen.