Die kommerzielle Ausschlachtung des Fußballs, die sich neben den Plänen bezüglich eines dritten Europapokals oder einer Weltmeisterschaft mit 48 Teilnehmern auch in Form von der Zerstückelung der Spieltage und der Austragung einiger Pokalendspiele in anderen Ländern ausdrückt, stößt vor allem bei einem Teil des Systems auf Ärger: Den Fans. Jährlich protestieren die Anhänger aller 18 ​Bundesligisten speziell gegen die Montagsspiele, die auch noch in diesem Jahr Anlass für neue Demonstrationen sind.


Zu Beginn des Jahres blieb die Südtribüne des Signal-Iduna-Parks, der Heimstätte von ​Borussia Dortmund, im Heimspiel gegen den FC Augsburg weitestgehend leer. Der Grund: Nach dem Europa-League-Spiel gegen Atalanta Bergamo wurde die Partie auf den Montagabend verlegt, um den Spielern des BVB noch einen Tag mehr zur Regeneration zu gewähren.


Wenn allerdings nur wenige Wochen später Werder Bremen und der 1. FC Köln in einem Montagsspiel aufeinander treffen, stellt sich die berechtigte Frage nach dem Warum. Keine der beiden Mannschaften war im Europa Pokal vertreten, schließlich schieden die Kölner bereits in der Gruppenphase aus.

Borussia Dortmund v FC Augsburg - Bundesliga

Dass die Südtribüne des BVB so leer ist, ist eine absolute Ausnahme, wie das Montagsspiel gegen den FC Augsburg bewies.



Für die Fans bedeuten Bundesligaspiele an einem Montagabend die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs, um wirtschaftlich vor allem mit den Big Playern aus der Premier League Schritt zu halten. Das Hauptargument der Kritik: Der Fußball entfernt sich dadurch immer mehr von seinen Wurzeln.


"Die heutige Fußballwelt hat mit Werten wie Fairness und Solidarität rein gar nichts mehr zu tun", heißt es in einem Aufruf, der von vielen Ultragruppierungen veröffentlicht wurde (via faszination-fankurve). Pläne wie die Gründung einer Super League oder die Verpflichtung hochkarätiger Spieler durch dubiose Finanzierungsmodelle, wie es die neuesten Enthüllungen der 'Football Leaks'-Reihe zeigen, sorgen in ihren Augen dafür, dass "die Schere zwischen arm und reich" immer weiter auseinander gehe.


"Bundesweite Proteste" am 13. Spieltag


Verlierer seien dabei die Fans, weshalb diese für das Spieltagswochenende vom 30. November bis 03. Dezember zu "bundesweiten Protesten" aufrufen. Der Grund hierfür: Am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga findet mit der Begegnung zwischen dem 1. FC Nürnberg und Bayer Leverkusen das erste Montagsspiel der Saison statt.


Bereits im September gab es eine erste Protestaktion, bei der in den ersten 20 Minuten größtenteils Stillschweigen in den Stadien herrschte. Dieses Mal soll sich der Stimmungsboykott über die gesamte erste Halbzeit ziehen - erneut in allen Stadien.

1. FSV Mainz 05 v Sport-Club Freiburg - Bundesliga

  Ob in Dortmund, Bremen oder Mainz: Ein Großteil der Fans positioniert sich klar gegen die Austragung von Bundesligaspielen an einem Montagabend.



Die Forderung der Ultras: "Schafft die Montagsspiele und die Anstoßzeiten unter der Woche ab! Wie die Anstoßzeiten in den kommenden Spielzeiten gestaltet werden, liegt auch in unserer Hand. Als Fans und Mitglieder haben wir ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Vereinsvertreter auf DFL-Sitzungen entscheiden." 


Es bestehe "die riesige Chance auf entscheidende Veränderungen, die den Fußball endlich wieder in eine positive Richtung lenken würden" - auch, da angeblich aus Vereinskreisen zu hören sei, "dass die Abschaffung der Montagsspiele und englischen Wochen als durchaus realistisch eingeschätzt wird". Sogar über die Abschaffung der Montagsspiele in der zweiten Liga würde debattiert. "Also lasst uns aktiv werden und unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Wir holen uns unser Spiel zurück", heißt es weiter.


Von der sonst so hervorragenden Stimmung in den deutschen Fußball-Arenen dürfte man in anderthalb Wochen also zumindest in der ersten Halbzeit nichts spüren. Durch die erneuten Proteste soll schlussendlich bei den Verhandlungen der Rechtevergabe für die Bundesliga das Ziel erreicht werden, dass weiterhin die meisten Partien am Samstag um 15:30 Uhr angepfiffen werden.