Im französischen Fernsehen hat sich Antoine Griezmann zu seiner Entscheidung geäußert, bei Atlético Madrid zu bleiben, statt zum Ligarivalen FC Barcelona zu wechseln. Einer dieser Gründe hat mit Lionel Messi zu tun.


​Dass Antoine Griezmann im Sommer ​einen Transfer zum FC Barcelona ablehnte, war ein deutliches Zeichen dafür, dass er sich in der spanischen Hauptstadt sehr wohl fühlt: Der 27-Jährige hat sich bei Atlético Madrid zu Genüge bewiesen und ist auch im Nationalteam eine feste Größe. Mit dem Weltmeistertitel setzte er seiner Karriere eine Krone auf, die nur mit Champions-League-Titeln aufzuwiegen wäre. Doch statt fortan mit den Katalanen auf Titeljagd zu gehen, veröffentlichte er im Juni per Videobotschaft ein klares Treuebekenntnis zu Atlético.


Nun erklärte er bei einem Fernsehauftritt im Football Club von Canal+, dass seine Entscheidung nicht nur zugunsten von Madrid, sondern auch gegen Barcelona gerichtet war. Allerdings fiel es ihm nicht leicht. Es sei sehr schwer gewesen, Barça abzusagen, gestand er im französischen TV. 

Antoine Griezmann erklärt bei Canal+ seine Entscheidung gegen den FC Barcelona

Auf die nachbohrenden Fragen der TV-Experten antwortete Griezmann erfrischend ehrlich: "Ja, das kann schon sein, [dass er laut Frage ein Leutnant Lionel Messis geworden wäre], dieser Gedanke hat sicherlich in die Entscheidung hinein gespielt." ​Doch in erster Linie blieb er bei den Argumenten, die er bereits vor Monaten zu Protokoll gab: "Atlético hat einfach alles dafür getan, um mir zu zeigen, dass dort mein zu Hause ist."


Tatsächlich haben sich die Colchoneros für ihren Superstar weit aus dem Fenster gelehnt: Neben dem Versprechen, die Mannschaft um ihn herum aufzubauen, durfte Griezmann eine saftige Gehaltserhöhung erfahren. Das Projekt Atlético wird auf ihn zugeschnitten. Der Stürmer kennt diese Argumente selbst nur zu gut. Und trotzdem war es eine langwierige Entscheidungsfindung, wie er sagte. Diese Unsicherheiten nahm er auch mit in die Gruppenphase der WM und entschied sich erst spät.


"Manchmal wachst du auf und denkst, du willst wechseln, dann wachst du auf, und denkst, du willst bleiben" - auch der Franzose hat also das ​Hazard-Syndrom. "Ihr könnt meine Eltern und meine Schwester fragen, wie kompliziert diese Momente waren", fuhr er fort, "sogar meine Frau. Manchmal bin ich um drei Uhr morgens wach gelegen und wollte darüber sprechen, statt zu schlafen." Aber letztendlich habe er auf sein Herz gehört, weniger an die "zusätzlichen Nullen", und sagte Barcelona ab.


So bleibt es also dabei, dass es in erster Linie die Liebe zu Atlético ist, wegen der Griezmann den Madrilenen treu geblieben ist, auch wenn Messis Schatten eine Rolle gespielt hat.