​Obwohl ​Lothar Matthäus auf stolze 410 Spiele im Trikot des ​FC Bayern München zurückblicken kann, stand ein Engagement als Funktionär bei seinem Ex-Verein, auch aufgrund eines nicht immer einfachen Verhältnisses mit der Führungsetage, nie im Raum. Der mittlerweile als TV-Experte tätige Ex-Profi lässt es sich dennoch nicht nehmen, sich Gedanken über die Zukunft des deutschen Rekordmeisters zu machen. Dabei denkt er vor allem an seinen ehemaligen Weggefährten ​Oliver Kahn.


So erläuterte der deutsche Rekordnationalspieler in einem Interview mit der Sport BILD, dass er in dem ehemaligen Ausnahmetorhüter einen idealen Nachfolger für den aktuellen Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge ausgemacht hat. 


"Er ist ein Gesicht des FC Bayern, er trägt die Bayern-DNA in sich. Oliver ist ein exzellenter Kenner des Fußballs. Er war immer ehrgeizig, hat sich immer weitergebildet, auch in wirtschaftlichen Dingen", so der 57-Jährige. Daher traue er der Bayern-Legende zu, den Klub "in Zukunft zu führen".

FC Bayern Muenchen v FC Schalke 04  - Bundesliga

Oliver Kahn wäre ein äußerst prominenter Nachfolger für Karl-Heinz Rummenigge 


Nach Ansicht des Weltmeisters von 1990 habe es die Münchener Führungsriege in der Vergangenheit verschlafen, sich nach adäquaten Nachfolgern umzuschauen. "Beide (Uli Hoeneß und Rummenigge, Anm.) wissen, wo gewisse Dinge nicht mehr so funktionieren wie noch vor zehn Jahren. Und dass ein Führungswechsel immer näher rückt. So wie damals, als sie selbst von ihren Vorgängern übernommen haben", so Matthäus.


Nach Ansicht des gebürtigen Franken ist daher klar, dass sich Präsident Uli Hoeneß in Zukunft aus dem operativen Geschäft zurückziehen und das Amt des Ehrenpräsidenten übernehmen sollte. Rummenigge hingegen sollte neuer Präsident werden und Platz machen für Kahn. Dabei kann jedoch daran gezweifelt werden, ob der ehemalige Torhüter überhaupt an dieser Aufgabe interessiert wäre, schließlich hatte er zuletzt eine Rückkehr in den Profifußball abgelehnt.

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Oliver Mintzlaff gilt als akribischer Arbeiter


Auch über den Posten des Sportdirektor macht sich der einstige Weltfußballer Gedanken. Dabei drückt er Hasan Salihamidzic die Daumen und hofft darauf, dass es dem Bosnier gelingt, sich durchzusetzen. Als Alternative brachte er jedoch auch Oliver Mitzlaff, derzeit Geschäftsführer bei RB Leipzig, ins Rennen. "Falls er sich aber nicht durchsetzt, könnte ich mir Oliver Mintzlaff auf dieser Position bei Bayern vorstellen. Er macht bei RB Leipzig einen erstklassigen Job und ist international super vernetzt", so der ehemalige Nationaltrainer von Ungarn.


Der 43-Jährige ist seit 2014 bei den Sachsen angestellt und konnte sich im Laufe der Jahre bei den Bullen immer stärker positionieren. So übernahm der Deutsche - spätestens nachdem Sportdirektor Ralf Rangnick interimsweise den Trainerposten der Profimannschaft übernommen hat -, auch vermehrt sportliche Aufgaben. Ein Wechsel zu den Bayern stand bislang jedoch nicht zur Diskussion und auch Red Bull dürfte sich nicht kampflos geschlagen geben.