​Seit elf Monaten wird am Dortmunder Schwurgericht über den Anschlag auf den Mannschaftsbus von ​Borussia Dortmund im April letzten Jahres verhandelt. Die Staatsanwaltschaft hielt am heutigen Montag ihr Plädoyer.


Im Prozess um dem Bombenanschlag auf den BVB-Bus am 11. April 2017 wird die Staatsanwaltschaft an diesem Montag am Dortmunder Schwurgericht ihr Plädoyer vortragen. Der 29-Jährige Sergej W. wurde wegen versuchten Mordes angeklagt, Oberstaatsanwalt Carsten Dombert sieht diesen Vorwurf durch die elfmonatige Beweisaufnahme als erwiesen an. Er fordert deshalb eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten.


Im April vergangenen Jahres hatte Sergej W. mehrere Bomben gebaut und diese in einer Hecke am Teamhotel des BVB platziert. Dies hat der Angeklagte zugegeben. Als sich der Mannschaftsbus auf den Weg zum Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco machte, detonierten die Sprengsätze. Dabei wurden BVB-Spieler ​Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

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Marc Bartra wurde bei dem Anschlag verletzt. Mittlerweile spielt er für Betis Sevilla


Für den Verein Borussia Dortmund bedeutete dieser Anschlag einen großen Knick, die Beziehung zwischen Trainer Thomas Tuchel und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ging in die Brüche. Tuchel wurde nach der Saison entlassen und erklärte vor Gericht, dass dies ohne den Anschlag wohl nicht passiert wäre. Er bestätigte auch Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Watzke: "Der große Dissens bestand darin, dass ich im Bus saß und Aki nicht." Auch Bartra verließ den BVB ​aufgrund des Anschlags.


W. behauptete in seinem Geständnis, er habe niemanden töten wollen und die Bomben seien so konzipiert gewesen, dass schwere Schäden ausgeschlossen waren. Mehrere Sachverständige habe dem in ihren Gutachten zur Sprengwirkung der Bomben jedoch widersprochen: Demnach hatte Sergej W. keine Möglichkeit, die Bomben zu kontrollieren oder ihre Wirkung vorherzusagen.


Die Plädoyers der beiden Verteidiger Carl Heydenreich und Christos Pslatiras sollen am kommenden Donnerstag erfolgen, am Dienstag, 27. November wird das Urteil erwartet.