​Werder Bremens Nationalspieler spielen eine aufregende Saison. Nach einem furiosen Start in die Bundesliga verloren die Bremer zuletzt drei Partien in Folge – mit einem Sieg im DFB-Pokal dazwischen. Nun konnten sich einige Akteure mit ihren Auswahlmannschaften Selbstvertrauen für die Liga holen.


Die meisten zumindest. So stand ​Josh Sargent beim 0:3 seiner US-Amerikaner gegen England nicht im Kader, darf sich aber Hoffnungen auf einen Einsatz gegen Italien am Dienstag machen. Für viele andere Werderaner war es aber eine gute Woche – nicht nur, weil sich keiner verletzt hat.


Kosovo


Bei Werder spielt Milot Rashica derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Während er zu Beginn der Saison noch Joker-Einsätze erhielt, nominierte ihn Florian Kohfeldt zuletzt häufiger nicht mehr für den Kader. In der Mannschaft des Kosovo ist der 22-jährige Flügelflitzer hingegen gesetzt. Beim Torfestival gegen Malta erlebte Rashica ein Spiel ganz nach seinem Geschmack mit vielen Offensivaktionen. Zunächst bereitete er seiner Mannschaft zwei Treffer vor – kurz vor Schluss durfte er noch selbst zum 5:0 treffen.


Der Kosovo trifft am Dienstag im direkten Duell um den Aufstieg auf Aserbaidschan. Milot Rashica wird dabei wieder in der Startelf stehen und sich die Spielpraxis holen, die ihm Werder aktuell verwehrt.



Schweden


Im Spiel gegen die Türkei konnte Schweden mit einem 1:0 den Abstieg abwenden und hält sich mit vier Punkten knapp in der B-Liga. Am Dienstag folgt das bedeutungslose Spiel gegen Gruppensieger Russland. Dabei könnte Werders Linksverteidiger Ludwig Augustinsson geschont werden.


Beim Auswärtssieg in Konya stand der 24-Jährige über 90 Minuten auf dem Platz und bildete mit Andreas Granqvist, Victor Lindelöf und Mikael Lustig eine besonders hochklassige Viererkette. Aus Sicht Augustinssons ist ein Spiel zu Null als Erfolg zu werten, auch wenn die Türken über das Spiel hinweg zu vielen Chancen kamen. Augustinsson kommt als Gewinner zurück an die Weser.


Serbien


Mit dem knappen 2:1 über den „kleinen Bruder“ Montenegro konnte Serbien sich doch noch die Möglichkeit erhalten, in der Nations League eine Klasse aufzusteigen. Serbien dominierte die Partie mit dem Bremer Innenverteidiger Miloš Veljković in der Startelf, doch in der zweiten Halbzeit drehte Montenegro auf und war dem Ausgleich sehr nah. Auch wegen Veljković konnten die Serben einen weiteren Gegentreffer verhindern.


Gegen Litauen am Dienstag ist Serbien klarer Favorit – somit sind ein Sieg und der Aufstieg zu erwarten. Das wird Veljković gut tun, da er Teil der Bremer Krise ist und zuletzt auch fehleranfällig war.


Tschechien


Theodor Gebre Selassie und Jiří Pavlenka waren für die tschechische Nationalelf im Einsatz. Dabei ging es im Spiel gegen Polen um das Prestige – das wichtige Spiel in der Nations League gegen die Slowakei steht noch an und ist mindestens ebenso prestigeträchtig. Die Tschechen stehen mit drei Punkten nur auf dem zweiten Platz der Gruppe und würden bei einer Niederlage auf die unterklassige C-Ebene absteigen. Gegen die Slowakei wird Gebre Selassie wieder in der Startelf stehen. Der Rechtsverteidiger wurde gegen Polen erst in der 66. Minute eingewechselt und konnte mit seiner Mannschaft ein 1:0 in Danzig erspielen.


Die Mannschaft zeigte sich gegen Polen wenig kreativ in der Offensive, aber stabil in der Abwehr, was aus Werder-Sicht besonders wichtig ist. Der Bremer zeichnete sich vor allem in der starken zweiten Halbzeit der Polen wie gewohnt durch entscheidende Paraden aus. Scheinbar hat Pavlenka im Zweikampf mit Tomáš Vaclík leicht die Nase vorn. In der entscheidenden Partie am Montag wird sich zeigen, auf wen Trainer Jaroslav Šilhavý als Nummer Eins setzt. Pavlenka hat seine Chancen jedenfalls gut genutzt.


FC Augsburg v SV Werder Bremen - Bundesliga

Verstehen sich nicht nur im Verein glänzend: Theodor Gebre Selassie und Jiří Pavlenka



In den letzten Jahren waren die Spiele der Österreicher aus Werder-Sicht besonders wichtig. Teilweise stellte der SVW bis zu fünf Spieler der Auswahl der Alpennation. Doch in der Nations-League-Partie gegen Bosnien und Herzegowina lief dieses Mal nur Florian Kainz für die Gastgeber im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf. Dafür setzte der deutsche Trainer Franco Fonda von Beginn an auf den Flügelspieler, ​der bei Werder zuletzt nicht mehr zum Zuge kommt. Österreich befindet sich nach dem tristen 0:0 auf dem sicheren zweiten Platz der Gruppe und verpasste damit den Aufstieg in die höhere Staffel. Kainz muss sich sein Selbstbewusstsein in anderen Spielen holen.


Japan


Yuya Osako ist der A-Nationalspieler mit der weitesten Reise unter den Bremern. So ist er auch in dieser Länderspielphase trotz seines jüngsten Formtiefs eine wichtige Stütze der japanischen Nationalmannschaft. Beim Test gegen Venezuela bildete er die alleinige Sturmspitze seines Teams, konnte aber kein Tor erzielen. Osako kassierte eine gelbe Karte; die Partie endete 1:1. Am Dienstag testet Japan gegen Kirgisistan.


Deutschland


Einige Spieler waren auch für den DFB unterwegs, allerdings nicht in der Nations League, sondern in den U-Mannschaften. So erreichte Werders Nachwuchsstürmer Johannes Eggestein mit der U20 ein 3:3 gegen Italien, wobei er selbst kein Tor erzielen konnte. Auch im Verein steht er erst bei einem Treffer in der Liga und muss an seiner Torgefährlichkeit arbeiten.




Auch für ​Jean-Manuel Mbom und Luca Plogmann lief es nicht besser: Mit der U19-Mannschaft verloren sie das Auftaktspiel eines Mini-Turniers in Armenien. Beim 0:1 gegen Portugal konnte sich der 18-jährige Torhüter Plogmann mit einigen Paraden auszeichnen, das Tor der Portugiesen aber auch nicht verhindern. Mbom wurde in der Schlussminute ausgewechselt. Auch das zweite Spiel gegen die Niederlande am gestrigen Samstag ging mit 0:1 verloren. Mbom stand wieder 87 Minuten auf dem Platz, während Plogmann auf der Bank saß. Es ist eine schwere Phase für die Bremer Nachwuchsspieler.