Nach elf Spieltagen rangiert der ​FC Bayern München auf dem fünften Tabellenplatz. Ein ungewohntes Bild für die Fans und Verantwortlichen des Rekordmeisters, die es seit der Saison 2012/13 gewohnt waren, die meiste Zeit über direkt an der Spitze des Tableaus zu stehen. Die Kritik prasselte besonders auf Trainer Niko Kovac ein, der nun Rückendeckung von einem seiner ehemaligen Schützlinge bekam.


Rotation, Ansprache, Trainingsinhalte, Formation, Spielidee - all diese Sachen wurden Medienberichten zufolge innerhalb der Mannschaft des FC Bayern immer wieder an Kovac bemängelt. Nach dem überzeugenden Start mit sieben Siegen in sieben Spielen leistet sich der amtierende Meister immer wieder Wackler und wusste erst bei der 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende wieder zu überzeugen.


Die Führungsetage ​verfällt jedoch keineswegs in Unruhe. Präsident Uli Hoeneß betonte mehrmals, Kovac ohne Wenn und Aber zu verteidigen und lässt eine Trainerdiskussion gar nicht erst aufkeimen.


Ein Spieler, der den 47-Jährigen bestens kennt, ist Marco Russ. Der Innenverteidiger von Eintracht Frankfurt erlebte trotz seiner Krebserkrankung den Werdegang vom Fast-Absteiger zum Pokalsieger hautnah. Er weiß genau, welchen Anteil Kovac daran hat, dass die Mannschaft auch unter Adi Hütter weiter überzeugt und empfindet daher viel Mitgefühl: "Für Niko ist das sehr schade, er tut uns natürlich allen leid. Wir haben eine super Beziehung zu ihm aufgebaut", so Russ im Rahmen des Benefizspiels "Game of Champions" laut ​Goal

TSG 1899 Hoffenheim v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

       Leidet mit seinem ehemaligen Trainer: Marco Russ



Der 33-Jährige glaubt indes nicht, dass Kovac in München zur Diskussion steht: "Es wird viel 

durch die Medien aufgebauscht. Ich bin schon lange genug im Geschäft und weiß: Was Uli Hoeneß sagt, hat Gesetz. Wenn er sagt, er verteidigt den Trainer bis aufs Blut, dann wird das auch so sein."


Die Eintracht ist auf einer "unglaublichen Welle"


Ohnehin kümmert er sich lieber um das Tagesgeschäft bei der Eintracht. Die 'Adler' stehen trotz eines schwachen Saisonstarts in der Bundesliga auf Platz vier - punktgleich mit, aber aufgrund der besseren Tordifferenz noch vor dem FC Bayern. Die letzte Niederlage gab es am 26. September gegen Borussia Mönchengladbach, seither gewann die Mannschaft wettbewerbsübergreifend acht der letzten neun Spiele. 


"Wir reiten momentan auf einer unglaublichen Welle. Wir nehmen alles mit, arbeiten aber auch sehr hart dafür. Es macht richtig viel Spaß", empfindet Russ, der vor allem von der Offensive um Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic beeindruckt ist: "So etwas habe ich in dieser Konstellation noch nie in meiner Karriere erlebt. Man kann nur hoffen, dass sie gesund bleiben und so weiterspielen wie im Moment." Sicherlich wird man mit Spannung verfolgen dürfen, wie weit die Reise der 'Adler' dieses Mal geht.