TIANJIN, CHINA - JANUARY 30:  Anthony Modeste #27 celebrates after scoring his second point the 2018 AFC Champions League qualifying match between Tianjin Quanjian and Ceres-Negros at Tianjin Olympic Center Stadium on January 30, 2018 in Tianjin, China.  (Photo by Yifan Ding/Getty Images)

Modeste als Verstärkung? Diese Spieler sind mit Erfolg aus China nach Europa gewechselt

Es ist also perfekt: Der frühere Bundesliga-Spieler Anthony Modeste kehrt aus China zurück zum 1 FC Köln und soll seine Torgefahr in der zweiten Bundesliga versprühen. Köln setzt auf den Rückkehrer, um den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Ist Modeste noch eine gute Verstärkung oder war der Weg nach China der Anfang vom Ende seiner Karriere?


Es mag verschiedene Gründe für einen Fußballer geben, sein Glück in China zu versuchen. So spielt das Gehalt für manche sicherlich eine Rolle – andere wollen ihre Qualität zur Verstärkung unterklassiger Ligen einbringen und ihre Erfahrungen weitergeben. Wer aber meint, in China wäre man fußballerisch zwingend am Ende seiner Karriere angekommen, liegt nicht ganz richtig. 


Denn diese Spieler wechselten im besten Fußballalter ins Reich der Mitte und haben nach ihrer Rückkehr noch immer das Potenzial dazu, bei europäischen Spitzenteams auf höchstem Niveau in der Startelf zu stehen. 

5. Richmond Boakye

Champions League statt China: Der ghanaische Mittelstürmer Richmond Boakye spielt seit Sommer wieder auf der großen Bühne – wenn auch als Nebendarsteller. Mit seinem Verein Roter Stern Belgrad ist der 25-Jährige klarer Außenseiter im Wettbewerb, besticht aber durch gute Leistungen. 


Seit er 2009 aus Ghana nach Europa kam, konnte sich Boakye nie lange bei einem Verein halten und wurde immer wieder verliehen. So spielte er bei neun verschiedenen Vereinen, ehe er zum FC Jiangsu Suning wechselte. Auch in China hielt es ihn nur ein halbes Jahr, bevor er nach Belgrad zurückkehrte. Dort spielt er immerhin in der Königsklasse und hat mit seiner Mannschaft sogar noch alle Chancen auf ein Weiterkommen gegen SSC Napoli und Paris Saint-Germain. 

4. Burak Yılmaz

Der frühere türkische Nationalspieler Burak Yılmaz kehrte 2017 wieder in seine Heimat zurück, nachdem er anderthalb Jahre bei Beijing Sinobo Guoan unter Roger Schmidt gespielt hat. Dort schoss er 19 Tore in 32 Spielen, doch der Wechsel erfolgte gezwungenermaßen. „Yılmaz sagte uns, dass er gerne bleiben möchte, aber falls er nicht in die Türkei zurückkehrt, verliert er das Sorgerecht für sein Kind. Da gibt es nichts, was wir tun können“, gab der Verein damals bekannt.


Yılmaz hat in seiner Karriere ebenfalls viel gesehen. So ist er einer von nur zwei Spielern, die bei allen vier großen türkischen Vereinen unter Vertrag standen (Galatasaray, Beşiktaş, Fenerbahçe und Trabzonspor). In Trabzon stand er schon bis 2012 unter Vertrag, bevor Galatasaray sieben Millionen für ihn bezahlte. Weil Gala ihn später nach China verkaufte, erhielt man nochmals zwei Millionen Euro zusätzlich. Als er später zurück an die Schwarzmeerküste kam, musste Trabzon nur noch vier Millionen Ablöse zahlen – finanziell und sportlich ein klarer Gewinn für die Türken. 

3. Gervinho

Nachdem ihm Titel in England und Italien verwehrt blieben, versuchte Gervinho sein Glück bei Hebei China Fortune aus der Millionenstadt Qinhuangdao. Zwischen 2016 und 1018 stand er in China unter Vertrag, doch wegen eines Kreuzbandrisses fasste er dort nie richtig Fuß. Zwischenzeitlich kickte der Afrikameister von 2015 sogar für die zweite Mannschaft.


Bei Parma Calcio 1913 erinnerte man sich im Sommer an den schnellen Linksaußen und verpflichtete ihn ablösefrei. Mit 31 Jahren hat der Ivorer seinen Zenit sicherlich noch nicht überschritten und erhielt sogar einen Vertrag bis 2021. Bei Parma ist Gervinho aktuell Toptorschütze und knüpft an die Leistungen an, mit denen er vorher beim FC Arsenal und dem AS Rom die Welt beeindruckte. 

2. Paulinho

Er ist nicht nur zurückgekehrt, sondern er sah und siegte auch: Paulinho gewann nach zwei Jahren Abstinenz in Asien die spanische Meisterschaft und die Copa del Rey mit dem FC Barcelona. Die Katalanen holten den 30-Jährigen im Sommer 2017 für 40 Millionen Euro aus China zurück nach Europa und machten ihn unter Ernesto Valverde zum Stammspieler in einer von Stars gespickten Mannschaft auf höchstem sportlichen Niveau.


Auch wegen der Verpflichtung von Arturo Vidal hat Barça den Brasilianer im Sommer mit einer Kaufoption wieder an Guangzhou Evergrande Taobao verliehen, wo Paulinho unter Trainer Fabio Cannavaro an seine Top-Leistung anknüpft: 20 Torbeteiligungen in 19 Spielen stehen bislang zu Buche. Der Nationalspieler und WM-Teilnehmer ist noch in einer herausragenden Verfassung und wäre wohl noch bei vielen Mannschaften ein gern gesehener Spieler. 

1. Axel Witsel

Das beste Beispiel für eine gelungene Rückkehr spielt im Ruhrpott: Mit Borussia Dortmund schaffte Axel Witsel auf Anhieb den Sprung an die Tabellenspitze der deutschen Bundesliga und trumpfte auch in der Champions League groß auf. Mit 29 Jahren ist Witsel im besten Fußballalter und beweist regelmäßig, dass er auf europäischem Niveau mehr als nur mithalten kann. Der WM-Dritte ist ein Star in der Bundesliga. Roberto Martínez gratulierte dem BVB zu dem Sommerneuzugang von Tianjin Quanjian.


„Axel ist das beste Investment im europäischen Fußball. Denn was er für eine vergleichsweise geringe Ablösesumme von 20 Millionen Euro bringt, das macht ihn zum besten Transfer dieser Transferperiode“, zitierte Sport Bild den belgischen Nationaltrainer. Mit Witsel als Stratege im Mittelfeld hat Dortmunds Spiel im Vergleich zur Vorsaison mehr Struktur bekommen. Im DFB-Pokal erzielte er das entscheidende Tor, außerdem besticht er immer wieder mit seiner Führungsstärke. Ein Glücksfall für alle Beteiligten – außer für die Gegner.