​Am Donnerstagabend konnte sich die ​deutsche Nationalmannschaft in einem Testspiel gegen die Auswahl von Russland mit 3:0 durchsetzen. Dabei zeigte das Team von Bundestrainer ​Joachim Löw vor allem in der ersten Halbzeit eine ansprechende Leistung und konnte nach den beiden Niederlagen in der Nations League im Oktober wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Entsprechend positiv fielen nach der Partie die Reaktionen aus.


Einer der auffälligsten Akteure bei dem Spiel in der Red Bull Arena zu Leipzig war Bayern-Angreifer ​Serge Gnabry. Seine gute Leistung konnte der 23-Jährige bereits in der 40. Spielminute durch den Treffer zum 3:0 krönen. Wenig überraschend, zog der Offensivspieler nach dem Spiel ein positives Fazit. "Ja, wir können sehr zufrieden sein. Die erste Halbzeit war ein Topspiel von uns, wir haben viel Druck gemacht und gut nach vorne gespielt", so der Flügelflitzer laut Eurosport. Dennoch räumte er auch ein, dass man in der zweiten Halbzeit "ein bisschen zu passiv in den Zweikämpfen" agiert hatte.

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Serge Gnabry war an vielen guten Offensivaktionen beteiligt


Joachim Löw setzte bei dem Spiel gegen die Sbornaja auf einen jungen Kader und verzichtete in der Startelf auf arrivierte Kräfte wie Thomas Müller und Mats Hummels. Für Gnabry ist dies jedoch nichts Besonderes. "Das ist ganz normal für uns. Auf dem Platz ist es egal, wie alt man ist. Wir schauen einfach, dass wir Gas geben", so der ehemalige Hoffenheimer.  Auch Torhüter Manuel Neuer war mit dem Auftritt der DFB-Elf einverstanden und erklärte, der Sieg habe einen großen Stellenwert. "Wir haben ein wirklich schwieriges Jahr mit der Nationalmannschaft durchleben müssen und wollen jetzt in zwei Heimspielen zwei Siege haben", so der Bayern-Keeper.


Dabei müsse man nun auch beim kommenden Länderspiel gegen die Niederlande "ein gutes Spiel zeigen über 90 Minuten". Angesprochen auf den erkennbaren Umbruch bei der Nationalmannschaft zeigte sich der 32-Jährige diplomatisch. "Wir haben ja zwei Spiele, das weiß ja jeder. Wir schauen mal, wer gegen Holland auflaufen wird. Grundsätzlich finde ich es sehr positiv. Junge Spieler sind ja sehr hungrig. Wir können auf das Potenzial, das wir in der Mannschaft haben, aufbauen", so der mehrfache Welttorhüter.

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Löw konnte auch mit Torschütze Leroy Sane zufrieden sein


Der Trainer Joachim Löw schließlich, schloss sich den Einschätzungen seiner Schützlinge an und lobte vor allem den Auftritt in der ersten Spielhälfte. "Die erste Hälfte war gut, weil wir eine gute Spielkontrolle hatten und den Ball erstmal gut laufen gelassen haben. Wir haben in einigen Situationen in die Tiefe gehen können, Dynamik hergestellt und zwei Tore schön herausgespielt", so der zufriedene Coach. Dass man in der zweiten Halbzeit etwas nachließ, lag nach Ansicht des 58-Jährigen auch ein Stück weit an den vielen Wechseln.


Zudem erläuterte der Weltmeistertrainer von 2014, dass beim Spiel gegen die Russen der taktische Fokus auf dem Weg in die Tiefe lag. "Geschwindigkeit ist schon wichtig. Die hatten wir in den letzten Spielen nicht. Wir haben Ballbesitz gehabt, konnten aber die Dynamik nicht herstellen. Wenn keine Läufe in die Tiefe stattfinden hat ein Gegner der hinten steht keine Probleme", so der Bundestrainer. Viel Lob hatte er dabei auch für Kai Havertz übrig, der sich für sein Alter auch im Training "sehr gut" präsentiere. Dass mit Mats Hummels und Thomas Müller zwei vermeintliche Stammspieler auf der Ersatzbank Platz nehmen mussten, sei kein Problem, da beide Spieler "wahnsinnig professionell" damit umgehen.


Youngster-Startelf kommt im Netz gut an


Doch nicht nur die Akteure auf dem Rasen waren mit dem Auftritt der DFB-Elf einverstanden, sondern auch die Netzreaktionen fielen größtenteils positiv aus. Dabei waren die meisten Anhänger mit der Kaderzusammenstellung sehr zufrieden und hoffen auf eine konsequente Fortführung des Umbruchs. 

Dabei konnte sich so mancher Fan eine hämische Spitze in Richtung Thomas Müller nicht verkneifen.

Unterm Strich wollte die Internetgemeinde jedoch den Sieg gegen das Team von Trainer Stanislav Cherceshov aber auch nicht zu hoch hängen und zweifelten die Bedeutung von Testspielen dieser Art an.

​​Das sahen wohl auch die Menschen in Leipzig so. Im Stadion blieben viele Plätze unbesetzt. Joshua Kimmich nahm die Situation mit Humor: "Ich dachte schon, ich wäre im Hallenbad...", witzelte er über die freien (blauen) Sitze in der Arena.



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