In der schwungvollen Offensive von ​Hertha BSC Berlin, mit kreativen und schnellen Spielern wie Ondrej Duda oder Javairo Dilrosun, aber auch angesichts der Qualität um Vedad Ibisevic und Davie Selke im Sturmzentrum ist für Pascal Köpke aktuell kein Platz. Der 23-Jährige stand bislang nur eine einzige Minute für die Profis von Pal Dardai auf dem Feld. Allerdings denkt er keinesfalls an einen Wechsel, wie er gegenüber dem kicker erklärte. 


Als der FC Erzgebirge Aue den zwei Millionen Euro schweren Transfer von Pascal Köpke zur Hertha bekanntgab, sprach Präsident Helge Leonhardt von einem Deal, der "für alle Seiten äußerst zufriedenstellend" sei und bei dem es "nur Gewinner" gäbe.


Aus Sicht des Zweitligsten war die Ablösesumme gewinnbringend. Aufgrund der geringen Ausgaben in Höhe von 400.000 Euro, die man in Stürmer Pascal Testroet und Mittelfeldspieler Tom Baumgart investierte, konnte man ein Transferplus von 1,6 Millionen Euro verzeichnen. Die Hertha auf der anderen Seite bekam einen jungen, hoffnungsvollen Stürmer, der in seinen zwei Jahren im Erzgebirge 31 Tore in 86 Partien erzielte und darauf brannte, sich in der ​Bundesliga unter Beweis zu stellen.

Hertha BSC v MSV Duisburg - TEDi-Cup

   Derzeit nur Stürmer Nummer drei: Pascal Köpke


In der ersten Mannschaft von Hertha BSC ist er allerdings selten zu sehen. Erst drei Mal wurde er von Trainer Pal Dardai für den Bundesliga-Kader nominiert. Sein einziger Einsatz stammt aus der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals, als er gegen Eintracht Braunschweig kurz vor Schluss eingewechselt wurde.


"Ich wusste vorher, dass ich nicht direkt jedes Spiel machen werde. Aber dass ich unzufrieden bin, weil ich noch gar nicht gespielt habe, ist klar", sagte der Sohn von Andreas Köpke, seinerseits Torwart-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, gegenüber dem kicker. Dennoch wolle er sich weiterhin im Training präsentieren und auf die passende Gelegenheit hoffen. "Dass das nicht immer einfach ist und man die Spiele nicht nur im Stadion oder vorm TV sehen will, ist auch klar", fuhr der Angreifer fort, der letztlich klarstellte: "Ich will nicht weg, sondern mich durchsetzen."


Dardai tue sich mit der aktuellen Situation, in der er auf drei Stürmer zurückgreifen kann, schwer. Doch: "Wenn wir mit einer Spitze spielen, nehme ich nur einen weiteren Stürmer in den Kader." Da aktuell Ibisevic und Selke "die Nase vorn" haben, bleibt für Köpke nur der Platz auf der Tribüne. Dennoch gab es Lob vom 42-Jährigen: "Pascal macht seine Sache gut." 


Das Sturmtalent muss daher geduldig bleiben. Doch wie viele Beispiele gezeigt haben, zahlt sich dies am Ende immer wieder aus.