​Die deutsche Nationalmannschaft wird die anstehenden Länderspiele gegen Russland (15.11.) und die Niederlande (19.11.) ohne Jerome Boateng bestreiten. Der Innenverteidiger in Diensten des ​FC Bayern München steht nicht ​im Aufgebot und erhielt nach Rücksprache mit Bundestrainer Joachim Löw eine Pause. Ein dauerhafter Rückzug des 30-Jährigen aus der Nationalmannschaft könnte für beide Seiten von Vorteil sein.


"Nach einem sehr guten und vertrauensvollen Gespräch mit dem Bundestrainer sind wir so verblieben, dass ich nach einem anstrengenden Jahr für die beiden anstehenden Länderspiele eine Pause bekomme, um in München weiter an meiner Fitness zu arbeiten", kommentierte Boateng seine ​Nicht-Nominierung bei Twitter. Löw stellte zudem klar, dass der 30-Jährige weiterhin fest eingeplant ist. 

Im Oktober 2009 feierte Boateng sein Nationalmannschaftsdebüt. Der gebürtige Berliner bestritt seitdem 76 Länderspiele (ein Tor) und war beim WM-Titelgewinn 2014 einer der wichtigsten Leistungsträger. Der Verteidiger zählte in den letzten Jahren zweifelsohne zu den tragenden Säulen des DFB-Teams und zahlte das Vertrauen meist mit guten Leistungen zurück. Boateng ist jedoch mittlerweile an einem Punkt in seiner Karriere angelangt, wo ein Rücktritt aus der DFB-Elf durchaus sinnvoll erscheint. 


Mit seinen 30 Jahren ist der Defensivspieler nicht mehr der Jüngste. Der Ex-Hamburger hatte zudem in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit Muskelverletzungen zu kämpfen, die wohl auch auf die hohe Belastung zurückzuführen sind. Boateng könnte sich im Falle eines Karriereendes bei der Nationalmannschaft voll und ganz auf den FC Bayern konzentrieren. Ohne die zusätzliche Belastung durch die Länderspiele würde dem Routinier möglicherweise auch die eine oder andere Verletzung erspart bleiben, was sich im Konkurrenzkampf beim deutschen Rekordmeister als Vorteil erweisen könnte. 

Netherlands v Germany - UEFA Nations League A

Plagte sich zuletzt häufiger mit Verletzungen herum: Jerome Boateng


Von einem Boateng-Rücktritt profitiert unter Umständen auch die Nationalmannschaft. Der 30-Jährige würde Platz für jüngere Spieler (Niklas Süle, Thilo Kehrer & Jonathan Tah) machen und den Umbruch weiter vorantreiben. Bis zur Europameisterschaft 2020 hätte Löw dadurch ausreichend Zeit, um die Youngster in Ruhe aufzubauen. Mit Boateng würde der Bundestrainer einen verdienten und erfahrenen Spieler verlieren. Der Weltmeister scheint jedoch seinen Zenit schon überschritten zu haben.