Viele Jahre lang war ​Manchester United seinen ärgsten Rivalen überlegen - auch, als Manchester City in die Hände von Scheichs aus Abu Dhabi gegeben wurde und langsam aber sicher immer größere Strukturen aufbaute. Mittlerweile haben sich die Machtverhältnisse jedoch geändert. Das müssen sich auch die Red Devils eingestehen, wie Ex-Spieler Nicky Butt meint. Der 43-Jährige sieht United vor einer großen Herausforderung, die da lautet, wieder die beste englische Mannschaft zu werden.


Stolze 20 Mal gewann Manchester United in seiner Vereinsgeschichte die englische Meisterschaft. Damit ist der einstige Top-Klub auf der Insel Rekordmeister, doch der Haken daran: Der letzte Titel stammt aus der Saison 2012/13.


Seither hat sich viel getan, weil im selben Jahr auch Sir Alex Ferguson sein Amt als Cheftrainer nach 26 Jahren niederlegte und Platz für David Moyes schaffte. Doch weder er, noch Louis van Gaal, geschweige denn José Mourinho konnten United wieder zu altem Glanz führen. Aktuell liegt die Mannschaft auf dem achten Tabellenplatz und hat bereits jetzt zwölf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer, der da heißt: Manchester City. 


Die Mannschaft von Pep Guardiola wurde im vergangenen Jahr souverän Meister, feierte den Titel bereits im April. Am Ende der Saison war United noch Vizemeister und schaffte es seit Beginn des Kalenderjahres 2017 als einzige Mannschaft, den Rivalen auf nationaler Ebene im Etihad Stadium zu schlagen.

TOPSHOT-FBL-ENG-PR-MAN CITY-MAN UTD

Im jüngsten Manchester-Derby setzten sich die Skyblues eindrucksvoll durch.


Am Sonntag folgte allerdings eine echte Machtdemonstration: City zerlegte United mit 3:1 und ließ den Red Devils kaum Luft zum Atmen. "Ab und an kommt es vor, dass du auf eine Mannschaft triffst, die zu gut für dich ist. Wir müssen uns einfach eingestehen, dass sie besser sind als wir", sagte Nicky Butt laut ​kicker nach der Partie. 


Der 43-Jährige kennt Manchester United bestens. Von 1992 bis 2004 war der einstige zentrale Mittelfeldspieler aktiv, feierte unter anderem acht Mal den Gewinn der englischen Meisterschaft sowie den Champions League Titel 1999. Zu seiner Zeit gehörte der Verein zweifelsfrei zu den besten der Welt, doch nun hat der Stadtrivale die Nase vorn: "Sie sind zu gut für jedes Team in dieser Liga und auf Augenhöhe mit den besten Vereinen in Europa."


Uniteds neue Herausforderung


Es sei "sehr beeindruckend", welche Entwicklung City genommen habe. "Du dachtest nicht, dass es passieren kann, und ehe du dich versiehst, ist es doch passiert", so Butt, der bereits eine Vorahnung vor dem jüngsten Duell hatte: "Jeder wusste, wie schwer das Spiel am Sonntag werden würde, dass jeder Spieler seine absolute Top-Leistung abrufen musste, um diesem Team beizukommen."


Doch spätestens jetzt ist der Rekordmeister in der Realität angekommen und muss einige Dinge schleunigst ändern. Butt spricht von einer "Herausforderung", die größer nicht sein könnte: Es sei das Ziel, "dort hinzukommen, wo wir waren. Der größte Klub des Landes, aber natürlich auch der eigenen Stadt zu sein." 


"Es ist eine Herausforderung für die Besitzer, für die Führungsetage, den Trainer - für den ganzen Verein", so der 43-Jährige, der auch weiß, welche Ziele sich Manchester City setzen muss: "Ihre nächste Mission ist es, die Champions League zu gewinnen. Ansonsten kannst du dich nicht wirklich mit den besten Teams Europas vergleichen."