​Der ​FC Bayern München findet sich nach elf Spieltagen nur auf Rang fünf wieder. Nach der ​2:3-Niederlage im Topspiel gegen den Tabellenführer ​Borussia Dortmund ist der Rückstand auf die Schwarz-Gelben auf sieben Zähler angewachsen. Ex-Bayern-Profi Michael Ballack führt das bisher eher enttäuschende Abschneiden des deutschen Rekordmeisters auch auf die Verletztenmisere zurück. 


Vier Jahre lang lief Ballack für den FC Bayern auf, ehe er im Sommer 2006 zum ​FC Chelsea wechselte. Mit den Münchnern gewann der 42-Jährige unter anderem dreimal die Meisterschaft. Der 98-fache Nationalspieler ist davon überzeugt, dass man beim deutschen Rekordmeister angesichts des Rückstandes auf den BVB nicht in Panik verfällt. "Das ist natürlich gut für die Bundesliga, da es spannender ist", erklärte Ballack im ​exklusiven Interview mit 90min.

Erzgebirge Aue v Bayern Munich

Bestritt 157 Pflichtspiele für den FC Bayern: Michael Ballack


Dass es beim FC Bayern in den letzten Wochen nicht immer rund lief, hat für den gebürtigen Görlitzer mehrere Gründe. "Sie müssen Probleme mit der Mannschaft, dem neuen Trainer und dem neuen Management lösen", gab der ehemalige Mittelfeldspieler zu Protokoll. "Das sind alles Themen, die sie in den Medien diskutieren, aber es ist mehr ein internes als ein externes Problem", führte Ballack weiter aus. 


Nach den Verletzungen von Corentin Tolisso, Kingsley Coman und Thiago habe es sich zudem gerächt, dass sich die Bayern im Sommer auf dem Transfermarkt weitestgehend zurückgehalten haben. "Verletzungen kann man allerdings nie voraussehen", sagte der ehemalige DFB-Kapitän. "Bayern hat sich dafür entschieden, keinen großen Spieler zu verpflichten, da sie sich mit der generellen Frage zur Zukunft von Arjen Robben und ​Franck Ribéry auseinandersetzen mussten." 

Eintracht Frankfurt v Bayern Muenchen - DFL Supercup 2018

Publikumslieblinge unter sich: Arjen Robben (l.) und Franck Ribéry


"In der Vergangenheit waren beide herausragende Spieler", betonte der 42-Jährige. "Sie sind immer noch gute Spieler. Ab einem gewissen Alter nimmt die Leistungsfähigkeit jedoch allmählich ab." Zudem müsse man die nächste Generation mit Coman und Serge Gnabry aufbauen. Aus der Sicht von Ballack wäre es kein Fehler gewesen, im Sommer noch einen neuen Flügelspieler zu verpflichten. "Das war die große Diskussion, die sie vor der Saison hatten", erklärte der Ex-Profi.


Die Bayern verlängerten die auslaufenden Verträge der beiden Routiniers bis 2019 und entschieden sich gegen einen neuen Spieler für die offensiven Außenbahnen. "Sie haben nicht begründet warum, sondern es einfach nicht gemacht", so Ballack. In den nächsten Wochen werden sich die Verantwortlichen die Frage stellen, "ob der aktuelle Kader stark genug ist oder ob man im Januar noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird".