Nach einem heißen Saisonstart ist ​Werder Bremen zuletzt merklich abgekühlt. In den letzten drei Bundesligaspielen kassierte der Bundesligist elf Tore und holte nicht einen Punkt. Trotz der Niederlagen hält Trainer Florian Kohfeldt am Spielstil fest - und am Saisonziel: Europa. 


Zwei Wochen Zeit bleibt Werder Bremen, um die jüngste 1:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach aufzuarbeiten und den Fokus auf das nächste Spiel beim SC Freiburg am 25. November zu richten. „Das klingt vielleicht jetzt etwas unpopulär. Aber wir können einfach mal durchatmen, uns auch mal ablenken", erklärte Kohfeldt dem Portal Deichstube. Die Länderspielpause kommt dem 36-Jährigen nicht ungelegen. Besonders die Defensive hinterließ in den letzten Wochen keinen sattelfesten Eindruck.


Gegen Leverkusen musste man sechs Gegentore hinnehmen, gegen die offensiv eher ungefährlichen Mainzer waren es immerhin zwei. Und zuletzt schenkte Mönchengladbachs Knipser Allasane Plea den Norddeutschen alleine drei Treffer ein. Dabei wirkte die Abwehrarbeit gegen die Fohlen schon besser, allerdings profitierte der Gegner von den Bremer Fehlern. „Du kannst spielen, wie du willst. Wenn du zu viele einfache Fehler machst, verlierst du“, betonte Kohfeldt und fügte hinzu: „Wir müssen Situationen, die scheinbar klein sind, besser verteidigen." 


Wir dürfen unseren Weg nicht verlassen


In der Tabelle ist Bremen inzwischen auf Rang sieben zurückgefallen. Vor der Spielzeit hatte der Verein das internationale Geschäft anvisiert. Trotz der jüngsten Ergebnisse möchte Kohfeldt bei der Zielsetzung bleiben. „Daran halten wir auch fest“, sagte Kohfeldt. Man könne das über das Kollektiv schaffen, aber nur über das Kollektiv, ergänzte er. Durch den starken Saisonstart konnte sich der Cheftrainer bestätigt fühlen. Auch wenn den Bremern das Spielglück ein wenig abhanden gekommen ist, wollen sie auch die Spielidee nicht sofort infrage stellen.


„Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir zusammenbleiben müssen, in der wir hinter unserer Idee stehen müssen. Wir dürfen unseren Weg nicht verlassen", bekräftigte Kohfeldt. Immerhin trat am letzten Spieltag der Tabellenzweite unter der Führung von Dieter Hecking im Weserstadion an. Spielerisch unterlegen schien Bremen aber keineswegs zu sein. Mit einem Ballbesitzanteil von 54 Prozent und über 80 mehr gespielten Pässen als der Gegner wählte Bremen einen mutigen Ansatz, der zwar nicht von Erfolg gekrönt war, aber durchaus Raum für Chancen ebnete. 


„Wir hatten gute Möglichkeiten, das Spiel in eine andere Richtung zu lenken – und das nicht durch Zufall, sondern durch Fußball“, stellte Kohfeldt fest: „Das war der Tabellenzweite, ein exzellent besetzter Gegner mit einer super Idee vom Fußball.“ Bleibt Bremen seiner Fußballidee treu, dürfen sich die Anhänger bestimmt bald wieder über Siege freuen.