​Die Verpflichtung von Alassane Plea war ein echter Glücksgriff für Borussia Mönchengladbach: Der Franzose hat in zwölf Pflichtspielen elfmal getroffen und führt seit seinem Dreierpack in Bremen die Torschützenliste der Bundesliga an. Plea selbst und die Verantwortlichen in Mönchengladbach geben sich trotzdem noch sehr bescheiden.


23 Millionen Euro - so viel hatte Borussia Mönchengladbach noch nie für einen neuen Spieler bezahlt. Angeblich waren die Gladbacher sogar bereit, für Niclas Füllkrug von ​Hannover 96 noch mehr zu bezahlen, doch Füllkrug erhielt keine Freigabe. So kam eben Alassane Plea von OGC Nizza und dies bereut in Mönchengladbach sicher niemand. Er beendete die lange Suche nach einem echten Stürmer, der mal wieder um die Torjägerkanone mitspielen kann. Zuletzt konnte sie Heiko Herrlich 1994/95 für die "Fohlen" gewinnen.


Nach elf Spieltagen in der Bundesliga steht Plea jetzt an der Spitze. Nach seinem Dreierpack beim ​SV Werder Bremen hat der 25-Jährige acht Treffer auf dem Konto, ebenso viele wie die beiden Dortmunder Marco Reus und Paco Alcacer. "Man hat heute alles das gesehen, was wir letzte Saison an Spielerpersönlichkeit noch nicht hatten", meinte Gladbachs Trainer Dieter Hecking im Anschluss an die Partie. Vor allem den ersten Treffer können so nicht viele Stürmer in der Bundesliga erzielen. Völlig zurecht wurde Plea nach seiner Auswechselung und nach Spielende im Gästeblock minutenlang gefeiert.


Doch der Angreifer selbst blieb ganz bescheiden und verwies auf der Gladbacher Homepage auf seine Mitspieler: "Ich muss meinen Kameraden ein großes Lob aussprechen. Sie haben mich super aufgenommen, ich fühle mich richtig wohl und will der Mannschaft mit meinen Toren helfen, weiter erfolgreich zu sein." Diese Aussagen decken sich mit denen Lars Stindls, der Plea laut transfermarkt.de als "demütig und zurückhaltend, aber immer da, wenn man ihn braucht" beschrieb. "Wir wussten, dass wir da einen guten Spieler aus Nizza bekommen. Aber dass er so voll einschlägt, ist natürlich super", sagte Stindl weiter.


An die Torjägerkanone verschwendet Plea aber laut Spox noch keinen Gedanken: "Ich denke nicht an das Saisonende, ich habe mir da keine Ziele gesetzt. Ich möchte so gut wie möglich für die Borussia spielen und der Mannschaft helfen. Dann wird man am Ende sehen." Auch eine konkrete Zielsetzung für das Saisonende ließ er sich nicht entlocken: "Ich glaube, der Trainer hat recht. Wir sind eine gute Mannschaft, spielen gut. Aber die Saison ist noch lang."


Nach den teuren Transfers für Stürmer wie Luuk de Jong oder Josip Drmic, die aus verschiedensten Gründen nicht funktioniert haben, konnte Sportdirektor Max Eberl nun aber wie es scheint endlich die Baustelle "Torjäger" schließen. "Da hat unsere Scoutingabteilung herausragende Arbeit geleistet", lobte Eberl seine Mitarbeiter. Dank Pleas Toren steht die Borussia Mönchengladbach nun ganz allein auf dem zweiten Tabellenplatz und kann "in der Länderspielpause den Blick auf die Tabelle genießen" (Hecking). Danach kommt Hannover 96 in den Borussia-Park. Vielleicht kann Plea dann seine Torausbeute daheim verbessern, denn dort gelang ihm erst ein einziger Treffer.