In der Premier League steht an diesem Wochenende eines der größten Derbys im Fußball an - das Stadtduell von Manchester. Tabellenführer City empfängt die Rivalen von Manchester United. Für die aktuell siebtplatzierten Red Devils läuft es in dieser Saison noch nicht rund. Umso schmerzlicher könnte der Ausfall ihres Leistungsträgers sein. 


Paul Pogba muss man nicht mögen. Das wäre ihm womöglich gar nicht recht. Der französische Weltmeister möchte nicht gemocht, nein, er will entweder geliebt oder geächtet werden. Und so verkauft er sich extrovertiert, immer mit einer Spur Arroganz. Doch rechtfertigt er sein teils fragwürdiges Verhalten stets mit außerordentlichen Leistungen. 

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Nicht selten provoziert Paul Pogba das gegnerische Publikum



In einer Mannschaft, die nach Investitions-reichem Sommer ihrer Favoritenrolle auf dem derzeit siebten Platz aber ganz und gar nicht gerecht wird, fehlt teils auch Pogba noch das letzte Fünkchen Glück oder Konsequenz - wie auch immer man es nennen möchte. 


Dass der Sechser auch wegen seiner Leader-Qualitäten aber fast unverzichtbar ist, hat er auch in der aktuellen Premier-League-Saison mehrfach gezeigt. Nicht zuletzt vor zwei Wochen gegen den FC Everton war er es, der United mit einem Tor und einer Vorlage den Vorsprung herstellte, der am Ende für einen 2:1-Sieg reichen sollte. Das Tor war dabei bezeichnend für den Wahnsinn, der teils mit Paul Pogba einhergeht: Es war ein mittelmäßiger, halbhoher Elfmeter, der eines Nachschusses bedurfte, um letztendlich im Kasten zu landen. Cool hielt Pogba daraufhin den Zeigefinger vor den Mund und drehte Richtung Tribüne ab, als wäre nichts gewesen. Es ist diese Lässigkeit, die den Franzosen teils fahrlässig scheinen lässt, um im nächsten Moment wieder wie Abgebrühtheit zu wirken. 

Es ist diese Qualität, die Pogba schnell zum X-Faktor des United-Spiels avancieren lässt. Dieser X-Faktor wird den Red Devils im Stadtduell gegen City nun womöglich fehlen. Nachdem er bereits das gestrige Training hatte ausfallen lassen, berichtet nun Sky Sports News, dass der 25-Jährige auch für das Derby fraglich ist. Für Manchester United wäre das, trotz des tiefen, Star-besetzten Kaders, ein großer Verlust. Mit dem Belgier Marouane Fellaini würde zwar ein erfahrener, international bewiesener Veteran womöglich wieder in die Startelf rücken. Doch die Fähigkeiten, das Flair, und ja, auch die Arroganz von Pogba würden sicher schmerzlich vermisst werden. Gerade gegen den englischen Tabellenführer.