​Mesut Özils Vertrag beim ​FC Arsenal ist sowieso noch bis 2021 datiert. Doch da es aktuell so gut bei den Gunners läuft und sie in allen Wettbewerben ganz vorne mit dabei sind, ließ sich der Spielmacher von der englischen Zeitung Standard Sports sogar einen Ausblick in die Zukunft abgewinnen - und dieser dürfte alle Arsenal-Fans freuen.


Trotz des tristen 0:0 gegen Sporting Lissabon steht der FC Arsenal in der nächsten Runde der Europa League. Die Gunners sind jetzt wettbewerbsübergreifend seit 15 Spielen ungeschlagen und können der Partie gegen die Wolverhampton Wanderers am Sonntag optimistisch entgegen sehen. Mesut Özil wird dabei in der Startelf stehen. Zuletzt wurde der frühere Nationalspieler zum besten deutschen Torschützen der Premier-League-Geschichte.


Gegen Sporting wurde er geschont und stand nicht im Kader. Mit Danny Welbeck und Stephan Lichtsteiner hat Arsenal am Donnerstagabend sogar tatsächlich zwei Leistungsträger auf unbestimmte Zeit verloren, weil sie sich gegen Sporting verletzt haben. Özil zu schonen war also die richtige Entscheidung Unai Emerys, der scheinbar noch viel mehr richtig macht. Özil könnte sich jedenfalls vorstellen, noch viel länger unter ihm zu spielen.


„Warum nicht? Ich bin noch jung, ich bin 30 Jahre alt“, antwortete Özil auf die Frage von Standard Sports nach einem neuen Vertrag über 2021 hinaus. Dann ist er 33 Jahre alt und wird sich hinsichtlich seiner vermutlich letzten Karrierestation als aktiver Fußballer festlegen müssen. Arsenal steht ganz hoch im Kurs: „Ich genieße es einfach und könnte mir vorstellen, meine Karriere bei Arsenal ausklingen zu lassen.“

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Das Verhältnis scheint zu passen: Mesut Özil (li.) und sein Trainer Unai Emery



Die folgende Frage der englischen Zeitung war zwar ehrlicherweise ebenso spekulativ, gibt aber Aufschluss über die Verfassung des gebürtigen Gelsenkircheners: Wann er aufhören werde, Fußball zu spielen, sollte Özil beantworten. „Vielleicht mit 38 Jahren. Nein, also, ich denke mir immer, solange ich mich gesund fühle, kann ich bis 35 oder 36 weiter machen. Ich weiß es nicht“, gab er die einzig mögliche Antwort.


Die Aussagen machen aber ersichtlich, dass er fit und gesund ist und dies auch immer wieder auf dem Platz präsentiert. Außerdem besagen seine Antworten, ​dass er sich im Verein als Teil einer funktionierenden Mannschaft sieht. Dies hat demnach auch positiven Einfluss auf sein Spiel: Bislang kommt er auf fünf Torbeteiligungen in elf Spielen für Arsenal und glänzt immer wieder mit Traumpässen und taktischen Leckerbissen.


Daran hat auch der neue Coach Unai Emery großen Anteil. Denn der Nachfolger der Trainer-Legende Arsène Wenger setzt zu gleichen Stücken auf den Weltmeister von 2014 wie Wenger es tat. Dass Mesut Özil bereits so früh in der Saison bekräftigt, gerne unter Emery zu spielen, ist als Kompliment an dessen Arbeit zu verstehen: „Er ist ein richtig guter Trainer, er will verstehen, wie wir Spieler und der Verein ticken und wir zeigen ihm dafür auf dem Platz, zu was wir imstande sind“, erklärt Özil, ​warum es bei Arsenal so gut läuft.


Da ist sogar Zeit für Geschehen abseits des Platzes, denn gemeinsam mit dem ehemaligen Arsenal-Spieler Mathieu Flamini hat Özil in London eine eigene Kosmetik-Marke präsentiert. UNITY ist der Name des Projekts, an dem die beiden Freunde und früheren Teamkollegen bereits seit 2013 arbeiteten. Nun wurden Hautcreme, Bartöl und weitere Pflegemittel der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die aktuell elf Produkte werden inklusive Verpackung zu 99 bis 100 Prozent aus natürlichen Stoffen gefertigt. Mit dem Label wollen sie sich für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Ein Prozent der Einnahmen geht an soziale Einrichtungen. Özil sagte dem GQ Magazin, dass er bei dem Besuch eines jordanischen Flüchtlingslagers auf die Idee gekommen ist, sich sozial zu engagieren und kam so mit Flamini zusammen, der sich bereits seit längerem mit einem eigenen Biochemieunternehmen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einsetzt.


Özil ist also bereits in Projekte abseits des Platzes involviert, die ihn aber wohl nicht von seiner Aufgabe mit Arsenal ablenken werden. Im Gegenteil spricht dieses Engagement auch dafür, dass Özil seine zukünftigen Schritte eher langfristig angehen dürfte – das spricht auch fußballerisch für London.