​Franck Ribery verlängerte seinen Vertrag beim FC Bayern München vor der Saison um ein weiteres Jahr und kündigte an, noch mehrere Saisons auf hohem Niveau spielen zu wollen. Die aktuelle Spielzeit zeigt allerdings, dass die Realität eine andere und jede Karriere endlich ist: Der 35-jährige Linksaußen kommt in 14 Pflichtspielen auf erst eine Vorlage und keinen Treffer. Deshalb könnte die Zeit des Franzosen beim FC Bayern im nächsten Jahr zu Ende gehen.


Franck Ribery ist eine der Symbolfiguren des ​FC Bayern München und mit acht Meisterschaften eine Vereinslegende. Seit 2007 spielt der Franzose schon für den Rekordmeister, war unter anderem maßgeblich am Triple 2013 beteiligt und kommt mittlerweile auf 297 Torbeteiligungen in 401 Spielen für die Bayern. Auch aus Verbundenheit zu den Verdiensten Riberys verlängerte der FC Bayern deshalb vor der Saison den Vertrag mit dem Linksaußen um ein weiteres Jahr. 


Doch die Zeit lässt sich nicht aufhalten und macht sich vor allem auf den Flügelpositionen bemerkbar: Der Franzose ist inzwischen 35 Jahre alt und versprüht für jeden offensichtlich nicht mehr die Dynamik und Torgefahr vergangener Tage.


Der Motor stottert


Während Ribery in der Saison 2016/17 noch 18 Torvorlagen gelangen, und er in der letzten Saison immerhin sechs Tore und sechs Vorlagen beisteuern konnte, fehlt Ribery in der aktuellen Spielzeit komplett die Effektivität in seinem Spiel: In 14 Einsätzen und dabei fast 1.000 Spielminuten kommt der Linksaußen erst auf eine Vorlage und ist noch ohne eigenen Treffer. Wie die ​Abendzeitung München berichtet, sind Riberys allgemeine Spielstatistiken in Ordnung: Er kommt auf 150 Ballkontakte und damit mehr als Flügelkollege Arjen Robben, der häufiger auf dem Platz stand. Ribery liefert insgesamt eine Passquote von 82 Prozent und damit einen besseren Wert, als Robben und Serge Gnabry auf der gleichen Position. 


Allerdings ist auffällig, dass Ribery nicht mehr mit der früheren Überzeugung in seine offensiven Zweikämpfe geht. Aktuell steht der Franzose bei einer Zweikampfquote von 40 Prozent. Der 35-Jährige weiß selbst, dass er nicht mehr die Schnelligkeit für Laufduelle oder die Explosivität für 1-gegen-2-Situationen hat. Natürlich ist Europas Fußballer des Jahres 2013 immer noch ein begnadeter Dribbler, allerdings können sich Verteidiger gut darauf einstellen, wenn dem Flügelspieler der explosive Antritt fehlt. Wenn Ribery früher durch ein Dribbling oder eine Finte einen Schritt Vorsprung hatte, reichte dies meist, um den Zweikampf für sich zu entscheiden - mittlerweile können seine Gegenspieler diese Lücke immer wieder schließen.

Da auch Riberys langjähriger kongenialer Partner Arjen Robben mittlerweile 34 Jahre alt ist und keine herausragende Saison spielt, sollte sich der FC Bayern darauf einstellen, ohne die beiden Routiniers in die nächste Saison zu gehen und sich trotz der aktuell guten Leistungen von Serge Gnabry nach weiteren Alternativen für den Flügel umsehen. Dieser Schritt ist überfällig. Denn nur mit Kingsley Coman und Neu-Nationalspieler Gnabry wird der FC Bayern seinem Anspruch nicht gerecht werden können, in allen ​Wettbewerben um den Titel mitzuspielen.