​Der ​VfB Stuttgart liegt nach zehn Spieltagen in der Bundesliga auf dem vorletzten Tabellenplatz. Neben der wackligen Defensive machte dabei in den letzten Wochen vor allem auch die harmlose Offensive Sorgen. So warten die Schwaben bereits seit drei Spielen auf einen Treffer. Wenn aus dem Spiel heraus wenig geht, besinnen sich viele Mannschaften auf ruhende Bälle, doch auch in dieser Kategorie haben die Stuttgarter die Bilanz eines Absteigers vorzuweisen. Ex-Profi ​Halil Altintop soll nun Abhilfe schaffen.


Als der 35-Jährige vor wenigen Tagen als Ergänzung für den Trainerstab vorgestellt wurde, machten sich einige Anhänger des VfB über die Verpflichtung lustig. Was soll der im Trainerbusiness noch völlig unerfahrene ehemalige türkische Nationalspieler seinen neuen Schützlingen schon beibringen? Mittlerweile hat Chefrainer ​Markus Weinzierl jedoch erklärt, dass der Türke für die Verbesserung der Standardsituationen vorgesehen ist und damit für eine große Schwäche der Stuttgarter.

In der Vorsaison konnten die Stuttgarter noch immerhin zehn Tore nach Standards erzielen. Knapp 28 Prozent aller Treffer der Schwaben resultierten damit aus einem ruhenden Ball. Im Ligaschnitt lagen die Männer mit dem roten Brustring zwar bereits damals nicht in der Spitzengruppe, die aktuellen Zahlen sind jedoch weitaus beunruhigender. So konnten die Stuttgarter in zehn Spielen noch kein einziges Tor nach einer Ecke, oder einem Freistoß erzielen. Einen Elfmeter konnte die Mannschaft übrigens auch noch nicht rausholen. Damit sind die Stuttgarter auch bei Standardsituation das harmloseste Team der Liga.


Mit Mario Gomez und den Innenverteidigern stehen dem VfB eigentlich ein paar kopfballstarke Spieler zur Verfügung. Doch was bringt das alles, wenn man sich kaum Ecken erarbeitet? Bislang durften die Spieler des schwäbischen Traditionsvereins in dieser Saison lediglich 40 Mal den Gang zur Eckfahne antreten. Nur drei Mannschaften in der Liga waren hier noch seltener aktiv. Absoluter Spitzenreiter in dieser Kategorie sind die Bayern, die bereits 89 Ecken schlugen. Nun sorgt der Spielstil der Münchener freilich dafür, dass die Gegenspieler häufiger zu unkontrollierten Abwehraktionen gezwungen werden, etwas mehr könnte jedoch auch bei der defensiveren Herangehensweise der Stuttgarter herausspringen.

Dass der VfB bislang nach Standards so wenig reißen konnte, könnte auch daran liegen, dass mit Daniel Didavi der wohl fähigste Schütze nur selten zur Verfügung steht. Aber auch von Erik Thommy oder Dennis Aogo kann man eigentlich erwarten, dass das Leder gut in den Strafraum geflankt wird. Altintop soll nun dafür sorgen, dass an den Abläufen gefeilt wird, damit man wenigstens nach ruhenden Bällen für etwas Torgefahr sorgen kann. Trainer Markus Weinzierl erklärte zuletzt wiederholt, dass auch er die Dringlichkeit dieser Mission erkannt hat.