Hannover 96: Die voraussichtliche Aufstellung gegen Wolfsburg

Der elfte Spieltag der Fußball-Bundesliga wird mit einem Derby eröffnet: In der HDI-Arena empfängt Hannover 96 den VfL Wolfsburg zum einzigen Niedersachsen-Duell der Liga (Freitag, 20.30 Uhr).


Die Roten sind stark ersatzgeschwächt. Viele Teile der Mannschaft stellen sich fast von selbst auf, so ist insbesondere die Abwehrreihe die größte Problemzone von Trainer André Breitenreiter. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel stellte das Personal neben dem jüngst ausgerufenen Abstiegskampf das zentrale Thema des Tages dar. Breitenreiter gibt die Mannschaft aber nicht auf: „Wir werden aus vollster Überzeugung und nach Trainingseindrücken […] eine Elf auf den Platz schicken, von der wir überzeugt sind, dass sie erfolgreich spielen kann.“


Wolfsburg hingegen hat fast alle Optionen an Bord, wenn es in die Landeshauptstadt geht. Mit einem Sieg könnte man den derzeitigen Vorsprung auf Hannover auf neun Punkte erhöhen und die 96er endgültig in die Krise stürzen. Breitenreiter wird dem alles entgegensetzen, was er hat - auch wenn dies aktuell nicht viel ist:

1. Michael Esser

Nachdem der 30-jährige Schlussmann seine Schulterzerrung auskuriert hat, stand Michael Esser unter der Woche wieder mit seinen Kollegen auf dem Trainingsplatz. „Wir haben zwei Torhüter auf Augenhöhe“, sagte Breitenreiter im Rahmen der letzten Pokalrunde, in der Philipp Tschauner zum Einsatz kam. Trotz der Augenhöhe dürfte Esser trotz seines kurzen Ausfalls wieder im Kasten stehen.  

2. Julian Korb

Der Rechtsverteidiger wird Julian Korb sein. Der frühere Gladbacher kommt erst auf drei Bundesligaeinsätze in dieser Spielzeit, da auch er wegen Verletzungen einige Trainingseinheiten verpasste. Im Oktober musste er wegen Rückenproblemen pausieren, nun kann er wieder regelmäßig auflaufen. Er ist in der jetzigen Situation trotz geringer Spielpraxis weitgehend alternativlos.  

3. Josip Elez

Da sich Leihspieler Kevin Wimmer von Stoke City nicht in der ersten Mannschaft etablieren konnte, wird Breitenreiter vermutlich auf den Kroaten Josip Elez setzen. Er konnte sich in seinen bisherigen fünf Ligaeinsätzen zwar noch nicht großartig auszeichnen, ist aber besonders nach dem Ausfall von Felipe die mutmaßlich beste Option, die Hannover zu bieten hat. Elez hat viel Potenzial, was er angesichts der schweren Phase der 96er aber noch nicht zur Gänze entfalten konnte.

4. Waldemar Anton

Gegen den FC Schalke 04 half Waldemar Anton noch im Mittelfeld der Hannoveraner aus, nun muss er wegen der vielen Verletzten wieder mal in der Innenverteidigung ran. Der Kapitän der Mannschaft springt eben da ein, wo Not am Mann ist. Gegen Wolfsburg wird es in der neu formierten Abwehrkette umso wichtiger sein, dass er seine Führungsqualitäten einbringt und die Übersicht behält. „Wir haben in der Woche zwei Einheiten gehabt, wo wir Vierer- und Fünferkette geübt haben“, verriet Breitenreiter auf der Pressekonferenz. 

5. Miiko Albornoz

Da Oliver Sorg wegen seiner "familiären Situation", wie Breitenreiter sagte, weiterhin freigestellt ist, darf Miiko Albornoz sich berechtigte Hoffnungen auf seinen neunten Saisoneinsatz machen. Da zu wenige Innenverteidiger zur Verfügung stehen, verzichtet Breitenreiter voraussichtlich auf die übliche Dreierkette, sodass der Chilene nicht im Mittelfeld spielen muss. Dort setzte er zwar einige Akzente und war an drei Toren beteiligt, Hannover muss sich aber aufs Verteidigen konzentrieren: 21 Gegentreffer sind eine deutliche Marke.  

6. Marvin Bakalorz

Bei Mittelfeldmotor Pirmin Schwegler wird der Trainer das Abschlusstraining abwarten. „Sieht nicht so gut aus“, prognostizierte er aber, ihm fehle wohl noch die Stabilität im Sprunggelenk. So ergibt es sich, dass Marvin Bakalorz wohl zu seinem achten Saisoneinsatz für 96 kommt. Allerdings hat der frühere Frankfurter und Paderborner dabei nur 168 Minuten gespielt. Er könnte einer der Profiteure der schwierigen Situation der Niedersachen sein, wenn er eine gute Leistung gegen Wolfsburg abruft.  

7. Walace

Einer der Dauerbrenner der Roten ist Walace im defensiven Mittelfeld. In allen zehn Ligaspielen wurde er von Breitenreiter aufgestellt und ist unumstritten eine der Stützen im Team. Sein körperbetontes Spiel kann Hannover in dieser schweren Situation helfen, in der man unbedingt punkten muss, allerdings ist er mit dem Hamburger SV auch schon abgestiegen. Er ist wegen seiner disziplinierten Spielweise aktuell gesetzt.  

8. Linton Maina

Eigentlich sah es auch bei Linton Maina schlecht aus, doch nun kehrt der gebürtige Berliner nach Knieproblemen früher zur Mannschaft zurück als zunächst erwartet werden durfte. Bereits am Dienstag konnte er wieder am Mannschaftstraining teilnehmen und kann vermutlich gegen Wolfsburg im offensiven Mittelfeld sein Talent zeigen. Es gibt also auch gute Nachrichten in Hannover. 

9. Genki Haraguchi

Der Linksaußen Genki Haraguchi fiel in der laufenden Saison nicht großartig auf, zeichnet sich aber durch Kontinuität aus. In sieben Spielen kam er schon zum Einsatz und bringt dabei Tempo und Torgefahr über die Außenbahn. Mit erst einer Torbeteiligung bleibt er aber deutlich unter den Erwartungen. Nominell hat Hannover keine weiteren Optionen für den linken Flügel, da auch Edgar Prib weiterhin verletzt ist.  

10. Ihlas Bebou

Auf der rechten Seite hat Breitenreiter sogar zwei Optionen, was angesichts des gut gefüllten Lazaretts schon bemerkenswert ist: Ihlas Bebou dürfte den Vorzug vor Top-Talent Noah Joel Sarenren Bazee erhalten. In neun Spielen war Bebou immerhin schon an vier Toren beteiligt, auch im Pokal traf er ein Mal. Allerdings fällt mit Hendrik Weydant ein wichtiger Spieler in der Offensive aus, der in allen Wettbewerben für Hannover treffen konnte. „Henne hat wegen Adduktorenproblemen weniger trainiert diese Woche. Ich hoffe, dass er zur Verfügung steht“, warf der Trainer voraus. Es könnte eventuell sogar für die erste Elf reichen, wahrscheinlich aber höchstens zu einer Einwechslung. Dieses Risiko muss 96 aber nicht zwingend eingehen, denn Bebou hatte gegen Schalke die meisten Torschussbeteiligungen aller Akteure und ist immer für einen Treffer gut.  

11. Bobby Wood

Trotzdem fehlt es im Sturm an allen Ecken und Enden: Seit einigen Monaten schon schleppt    Torjäger Niklas Füllkrug seine Kniebeschwerden mit sich mit; nun verzögert sich seine Rückkehr weiterhin. Auch Takuma Asano ist nach einer Zerrung erst wieder ins Lauftraining eingestiegen und kann noch nicht spielen. Alle Hoffnungen -und Erwartungen- ruhen somit auf Bobby Wood. „Er macht das recht ordentlich“, lobte Breitenreiter seinen Auftritt gegen Schalke. „Ordentlich“ reicht zwar nicht für Abstiegskampf, aber offensichtlich für die ersatzgeschwächte Startelf Hannovers. 

Die voraussichtliche Aufstellung von Hannover 96 gegen den VfL Wolfsburg für das Niedersachsen-Derby am elften Spieltag der Bundesliga.