Am Rande des Bundesligaspiels zwischen Borussia Dortmund und ​Hertha BSC kam es zu schweren Ausschreitungen, bei denen auch Berliner Anhänger verletzt wurden. Herthas Manager Michael Preetz hatte daraufhin die Fans kritisiert und als Schuldige für die Vorfälle ausgemacht. Zu Unrecht, finden einige Fans von Hertha BSC, die Preetz jetzt wegen "Beleidigung und übler Nachrede" angezeigt haben. 


Wie die Fanhilfe Hertha B.S.C. am Mittwoch mitteilte, haben betroffene Fans Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes eingereicht. Auch gegen Hertha-Manager Michael Preetz sei "wegen Beleidigung und übler Nachrede" Anzeige erhoben worden. Während des Auswärtsspiels im Signal-Iduna-Park am 27. Oktober wurden 45 Menschen verletzt. 


Nach einem Bericht der Fanhilfe habe eine Person einen Trümmerbruch im Ellbogen erlitten, einem anderen wurde der Mittelhandknochen gebrochen. Wie die Anwaltskanzlei Lau&Meyer gegenüber dem SID bestätigte, werde die Anzeige der beiden Betroffenen noch in dieser Woche bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. 

Gleichzeitig wurde auch gegen Hertha-Manager Michael Preetz Anzeige erhoben. Durch die Geschäftsführung der Hertha sei es zu "herabwürdigenden Anfeindungen und falschen Anschuldigungen" gekommen, teilte die Fanhilfe mit. Konkretere Vorwürfe stehen allerdings nicht im Raum. Man darf davon ausgehen, dass die Staatsanwaltschaft die Anzeige gegen Preetz wieder einstellt. 


Die Fanhilfen beider Vereine vom 27. Oktober hatten die Maßnahmen der Polizei als "vollkommen überzogenen Einsatz" bezeichnet. Darauf hatte Preetz mit Unverständnis reagiert: "Ich finde es abenteuerlich. Gewalt mit einem möglicherweise unverhältnismäßigen Einsatz der Polizei zu rechtfertigen, das muss mir mal einer erklären, dazu fällt mir nichts mehr ein." Ein klärendes Gespräch zwischen Fans und Preetz ist am Montag abgeblasen worden.