Der ​VfB Stuttgart macht aktuell schwere Zeiten durch. Das Abstiegsgespenst geht bei den Schwaben um, die erhoffte Kehrtwende blieb mit dem Trainerwechsel aus. Abhilfe erhofft man sich in Teilen Stuttgarts durch eine kompetente Ausweitung der sportlichen Führung - und die Zeichen für eine Rückkehr von Jürgen Klinsmann verdichten sich. 


Wer kann den VfB Stuttgart retten? Die Canstätter durchleben aktuell eine sportliche Talfahrt, der erhoffte Impuls durch den Trainerwechsel blieb aus; Markus Weinzierl verlor seine drei Auftaktspiele allesamt deutlich. Guido Buchwald, der beim VfB im Aufsichtsrat sitzt, betonte jüngst, dass ihm "eine breitere sportliche Kompetenz im Verein für die Zukunft" wichtig sei. Denn: "Es ist immer schwierig, wenn alles an einer Person festgemacht wird.“


​Der in der Kritik stehende Sportdirektor Michael Reschke könnte Unterstützung von Jürgen Klinsmann bekommen. Die Zeichen für eine Rückkehr des Weltmeisters von 1990 verdichten sich. "
Beim VfB Stuttgart würde Jürgen Klinsmann immer ans Telefon gehen“, erklärte Klinsmanns Medienberater Roland Eitel am Montag dem SWR. Klismann habe großes Interesse daran, auf die Fußballbühne zurückzukehren. 


Stuttgart - ein Klinsmann-Märchen?


Klinsmann spielte zwischen 1984 und 1989 für den VfB und ging in Stuttgart seine ersten Schritte als Profifußballer. Als Trainer vom FC Bayern München, der deutschen sowie der amerikanischen Nationalmannschaft schärfte Klinsmann sein Profil auch nach seiner aktiven Zeit. Vor allem die WM 2006 in Deutschland, als er die DFB-Auswahl völlig überraschend zu Platz Drei führte und mit seiner Energie ein ganzes Land elektrisierte, bleiben von seiner Trainerzeit in Erinnerung. 


Zweifel an Klinsmanns Kompetenz bestehen allerdings. Vor allem seine Zeit als Cheftrainer beim FC Bayern war nicht gerade von Erfolg gekrönt. Im Netz wird eine mögliche Rückkehr des 54-Jährigen zumindest kritisch beäugt.

Nach zwei Jahren ohne Anstellung ist Klinsmann bereit, auf die Fußballbühne zurückzukehren. Gegenüber der Bild, sowie der Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten betonte Klinsmann jüngst seine Verbundenheit zum VfB Stuttgart und seinen Wunsch, zurück ins Fußballgeschäft zu kommen. „Jetzt ist die Konstellation so, dass meine Tochter im nächsten Sommer an die Uni geht, ich also familiär nicht mehr so an Kalifornien gebunden bin", sagte der in den USA lebende 54-Jährige. 


Stuttgart a la Borussia Dortmund?


Dass eine Entlastung der sportlichen Führung durchaus von Vorteil sein kann, zeigt sich aktuell am Beispiel Borussia Dortmund. Der BVB installierte im Sommer Matthias Sammer als externen Berater und Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspielerabteilung. Beide fühlen sich dem BVB extrem verbunden und leisteten in ihren ersten Monaten herausragende Arbeit bei den Westfalen. Ein Impuls, der auch beim VfB Stuttgart nötig ist?


​Die Anstellung Jürgen Klinsmanns wäre in jedem Fall ein Risiko. Sportdirektor Michael Reschke dürfte Klinsmann eher als Konkurrent, denn als Unterstützer wahrnehmen. Klinsmann erklärte der Sport Bild, dass es für ihn schwer vorstellbar wäre, "eine Rolle zu übernehmen, bei der du nicht das absolute Sagen hast". Reschke und Klinsmann könnten sich beim krisengebeutelten VfB also in die Quere kommen - als hätte der VfB Stuttgart nicht schon Probleme genug.