Der ​VfB Stuttgart konnte auch am zehnten Spieltag nicht das Ruder herumreißen und wartet nach der 0:3-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt noch immer auf das erste Erfolgserlebnis unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl. Aufgrund der sportlichen Talfahrt der letzten Wochen wurde auch Sportvorstand ​Michael Reschke immer öfter kritisiert. Auf der Suche nach mehr sportlicher Kompetenz in der Führungsebene soll bei den Schwaben nun der Name ​Jürgen Klinsmann heiß gehandelt werden. Eine Rückkehr des einstigen Starstürmers wäre jedoch nicht ohne Risiken.


Die Welt am Sonntag spekulierte in ihrer gestrigen Ausgabe über eine zukünftige Zusammenarbeit des Traditionsvereins mit dem ehemaligen Bundestrainer. Dabei spricht für ein Engagement des 54-Jährigen, dass er den VfB auch nach seinem Abgang im Jahre 1989 stets verfolgte und zudem als ein enger Vertrauter von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich gilt. Aktuell ist der Lebensmittelpunkt des gebürtigen Schwaben zwar noch immer in seiner Wahlheimat USA, da sein Sohn Jonathan jedoch als Torwart bei Hertha BSC den Durchbruch packen will, könnte sich für den Familienvater eine Rückkehr nach Deutschland wieder anbieten.

VfB Stuttgart v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Sportvorstand Michael Reschke ist beim VfB Stuttgart angezählt


Auch beim Stuttgarter Anteilseigner Daimler wäre Klinsmann mit Sicherheit gerne gesehen, schließlich versprüht dieser Name trotz seiner gescheiterten Trainertätigkeit beim FC Bayern München noch immer eine Menge Esprit. Bleibt die Frage, welche Funktion der ehemalige Nationalspieler beim VfB bekleiden sollte. Zuletzt kamen Gerüchte auf, Klinsmann könne als neuer Sportdirektor installiert werden. Dies würde aber im Umkehrschluss fast zwingend bedeuten, dass man sich von Sportvorstand Michael Reschke trennt. Zwei Alphatiere von diesem Kaliber würden sich sonst zu sehr auf den Füßen stehen.


So erklärte Klinsmann erst kürzlich gegenüber der Sport BILD, dass es für ihn nur schwer vorstellbar wäre, "eine Rolle zu übernehmen, bei der du nicht das absolute Sagen hast".

Reschke wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, zu wenig Fronterfahrung zu haben und besser in der zweiten Reihe zu funktionieren. Doch auch Klinsmann gilt zwar zweifelsohne als Fußballfachmann, der Posten des Sportdirektors wäre aber auch für den gebürtigen Göppinger Neuland. Ob sich die Stuttgarter mit der Rückholaktion des ehemaligen US-Coaches also wirklich einen Gefallen machen würden, darf bezweifelt werden - zumal der Fokus des VfB derzeit auf dem grünen Rasen liegen sollte.


Was dem Verein in letzter Zeit fehlte war die Kontinuität. Das Installieren des großen Reformers Jürgen Klinsmann inmitten einer Saison könnte für jede Menge Unruhe sorgen, was der Verein in der derzeitigen Situation wohl am wenigsten gebrauchen kann. Nachdem man die Mannschaft wieder stabilisiert hat, könnte man am Ende der Saison die Planspiele über eine Neuausrichtung des Traditionsverein wieder neu anleiern.