Das Premier-League-Duell zwischen Arsenal und ​Liverpool lief temporeich, intensiv, aber aber anders als erwartet ab. Während die Mannschaft von Jürgen Klopp ungewöhnlich sachlich spielte und sich mit dem Unentschieden abfand, war Arsenal mit seinem Offensivfußvball näher dran an drei Punkten.


Seit mehr als zwei Monaten hat der FC Arsenal kein Spiel mehr verloren, auch wenn nach dem harten Auftaktprogramm (Niederlagen gegen Manchester City, Chelsea) das ein oder andere Leichtgewicht dabei war. Der FC Liverpool verlor zwar im EFL-Cup gegen Chelsea und in der Champions League gegen Neapel, in der Liga allerdings sind die Reds immer noch ungeschlagen. Seit Klopp im Oktober 2015 an der Anfield Road übernommen hat, versucht er seiner Truppe einen Hochgeschwindigkeitsfußball zu implementieren. Mit Volldampf schaltet die Sturmreihe um den schnellen Sadio Mane, den technisch versierten Mohamed Salah und den unermüdlichen Roberto Firmino normalerweise in den Angriffs-Modus. Nach eigenem Ballverlust ist häufig die halbe Mannschaft unmittelbar danach bemüht, den Ball zurückzuerobern. 


Arsenal investierte mehr


Das gestrige Spiel im Emirates-Stadion passte nicht so recht ins Bild. Die in lila gekleideten Gäste aus Liverpool ließen die Londoner den Großteil des Spiels über gewähren. Liverpool verschanzte sich in der eigenen Hälfte, versuchte Tempo rauszunehmen, was der Spielidee von Jürgen Klopp eigentlich nicht entspricht. Arsenal war das aktivere Team. Der hoch stehende Außenverteidiger Hector Bellerin und die weit aufgerückten Sechser Granit Xhaka und Lucas Torreira banden die Liverpooler in deren eigenen Hälfte. Arsenal hätte durch Pierre-Emerick Aubayemang oder Alexandre Lacazette in Führung gehen können. Doch auch die Gäste kamen zu Möglichkeiten. Zweimal scheiterte Virgil van Dijk nur knapp. Zudem wurde der Treffer von Sadio Mane in der 19. Minute wegen einer vermeintlichen Abseitsposition zurückgepfiffen. Liverpool war keinesfalls chancenlos, nur war Arsenal das aktivere Team, das mehr investierte. 


Nach dem Pausenpfiff blieb Liverpool seiner pragmatischen Strategie treu. Mit dem ersten Angriff in der zweiten Halbzeit ging Liverpool durch James Milner in Führung. Trotz des Tores im Rücken schnürte Liverpool den Gegner mithilfe des gewohnten Angriffspressings nicht in deren Spielhälfte ein. Das schnelle Umschaltspiel aus den letzten Wochen sah man nur phasenweise aufblitzen. Liverpool zog sich zurück und versuchte, das Ergebnis über die Zeit zu retten. Doch Arsenal glückte in der 82. Minute der verdiente Ausgleich durch Lacazette. 

In den nächsten Wochen wird es spannend zu beobachten sein, ob der Stilwechsel nur am formstarken Gegner lag oder ob mehr dahinter steckt. Am 28. November weiß man mehr - dann tritt die Klopp-Elf gegen den französischen Liga-Primus Paris St. Germain an. Für den Moment lässt sich festhalten: Klopps Liverpool kann auch pragmatisch!