Die Pläne für eine UEFA Super League sind nicht neu, das Gespenst geht seit Jahren um. Eine Liga soll entstehen, in der sich die größten Vereine des Kontinents zusammenschließen und nur gegeneinander spielen. Eine Liga, die die Champions League und die nationalen Ligen immens entwerten würde. Aber ob die hochkommerzielle Super League Erfolg hätte, ist nicht in Stein gemeißelt. Vor allem für die Top-Klubs der englischen Premier League gibt es keinen Grund, den Status quo herzugeben.


In Deutschland sind die Meinungen zwiegespalten. Die einen würden die neue Ausgeglichenheit der Bundesliga begrüßen und einen Meisterschaftskampf, der ohne Bayern München deutlich spannender wäre. Doch wäre der Titel ohne den Rekordmeister und Verfolger Dortmund genauso viel wert? Und können die Fans die Leidenschaft für den Fußball überhaupt noch entfachen, wenn wöchentlich Manchester United gegen den FC Barcelona spielt oder Bayern München gegen Real Madrid?


Die Pläne für eine UEFA Super League sollen schon relativ weit fortgeschritten sein, glaubt man den Dokumenten, die der SPIEGEL vor wenigen Tagen enthüllt hat. Der FC Bayern München hat zwar einen Ausstieg aus Bundesliga und Champions League dementiert, doch Gewissheit, dass es niemals zu so einem Szenario kommt, gibt es nicht. Während aus der Bundesliga nur der FC Bayern und zunächst einmal Borussia Dortmund vorgesehen sind, sollen aus England immerhin fünf Vereine an den Start gehen (Manchester City, Manchester United, FC Chelsea, FC Arsenal, FC Liverpool). 


Ist es aus der Perspektive der englischen Klubs nicht eigentlich absurd, an einer Super League teilzunehmen, deren Erfolg bei den Fans ungewiss ist? Im Sport heißt es oft "Never change a winning team". Entsprechend dieser durchaus wahren Floskel könnte man anmerken: "Never change a winning league". 


Ausgeglichener Meisterschaftskampf


Die Premier League vermarktet sich blendend. Sportinteressierte Asiaten schalten bei der Premier League den TV an, bei der Bundesliga bleibt der Fernseher meistens aus. Zudem ist der Meisterschaftskampf vor jeder Saison offen. 2016 schnappte sich Leicester City überraschend den Titel, 2017 der FC Chelsea, 2018 Manchester City. In dieser Spielzeit ist wieder alles im Bereich des Möglichen - ob Liverpool, Manchester City, Chelsea oder vielleicht sogar der FC Arsenal den Pokal am Ende der Saison in die Höhe reckt, kann heute keiner vorhersagen.


Für die besten englischen Klubs gibt es wenig Gründe, ihr Fußball-Mekka zu verlassen und sich einer Liga anzuschließen, die zwar auf dem Papier unheimliche Summen verspricht,

deren Zukunft bei den Fans jedoch unsicher ist. Zwar erscheinen die Aussichten auf Spitzenfußball zunächst verheißungsvoll, doch selbst der beste Champagner schmeckt bei täglichem Genuss irgendwann fade.