Der ​FC Schalke hat nach wie vor Probleme, offensiv das Spiel zu gestalten. Die beiden letzten Bundesligaspiele gegen Bremen und Leipzig sollten eher als Rückschritt betrachtet werden. Auch das DFB-Pokalspiel war schwere Kost. Trotzdem hat sich ein Mann hervorgetan - Torwart Alexander Nübel.


Hätte Ralf Fährmann sich keine Leistenzerrung zugezogen, säße Alexander Nübel weiterhin auf der Reservebank. Des einen Freud, ist des anderen Leid. Nübel hütet seit vier Pflichtspielen den Kasten der Gelsenkirchener. Gestern im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln wurde er zum "Spieler des Spiels" gewählt. Sowohl in den 120 Minuten Spielzeit als auch im Elfemeterschießen - er hielt den Elfmeter des Ex-Schalkers Marco Höger - war Nübel zur Stelle. 


Trotzdem hat Schalkes Trainer Domenico Tedesco nach dem haarscharfen Sieg in Köln klargemacht, dass ein fitter Fährmann weiterhin die erste Wahl ist. „Ralle ist unser Kapitän und unsere Nummer eins. Alex ist nominell unsere Nummer zwei. Alles andere überlegen wir nicht“, sagte Tedesco und ergänzte: „Was das Raumverteidigen, das Abfangen von Flanken und das Herauskommen angeht, gibt es keinen Besseren als Ralle. Wir sind froh, zwei super Torhüter zu haben.“ Man brauche bei Fährmann wohl noch eine Weile. Es könne sogar gut sein, dass es sich bis in die Länderspiele ziehe, erklärte Tedesco. 

Beim Heimspiel gegen Hannover 96 am Samstag wird Nübel erneut im Tor stehen. Am darauffolgenden Sonntag könnte Fährmann gegen Eintracht Frankfurt jedoch wieder einsatzbereit sein. „Wenn bei Ralle auch nur ein kleines Restrisiko besteht, gehen wir es nicht ein", meinte Tedesco.


Eine Torwartdiskussion wird es zunächst nicht geben. Doch für die Zeit nach Fährmanns Karriereende könnte Nübel eine wichtige Rolle spielen. Der deutsche U21-Nationalspieler ist im September gerade einmal 22 Jahre alt geworden und ist damit acht Jahre jünger als Fährmann. In der Spieleröffnung wirkt Nübel schon jetzt sicherer als der etatmäßige Schlussmann. Dass Schalke 04 mit Nübel plant, machte nicht nur die Vertragsverlängerung bis 2021 deutlich. Obwohl Schalke derzeit Probleme auf vielen Feldern hat, müssen sich die Verantwortlichen um die Torhüter keine Sorgen machen.