LEON, SPAIN - OCTOBER 31:  FC Barcelona 'nline up for a team photo prior to the Spanish Copa del Rey match between Cultura Leonesa and FC Barcelona at Estadio Reino de Leon on October 31, 2018 in Leon, Spain.  (Photo by Juan Manuel Serrano Arce/Getty Images)

La Masias Sprösslinge: So schlugen sich die drei Barça-Debütanten am Mittwochabend

Dass die katalanische Fußballschule La Masia eine der besten der Welt ist, haben die Nachwuchsspieler des FC Barcelona schon hinreichend unter Beweis gestellt. In einigen Fällen kommen die verheißungsvollen Talente auch in der ersten Mannschaft der Katalanen zum Einsatz – so auch am gestrigen Mittwochabend beim 0:1-Hinspielsieg in der Copa del Rey gegen Cultural Leonesa. Im Kader Barcelonas standen gestern zehn Spieler, die in La Masia ausgebildet worden sind. Dabei feierten drei Spieler aus der „Cantera“ sogar ihr Debüt in der ersten Mannschaft: Jorge Cuenza, Chumi und Juan Miranda.


Trainer Ernesto Valverde hoffte darauf, dass die drei Debütanten in der Viererkette wie auch bei Barcelona B miteinander harmonierten und sich durch gute Leistungen auszeichnen würden. Da die Katalanen keinen Gegentreffer kassierten, ging der Plan weitgehend auf, allerdings kamen die Leonesen wiederholt zu einigen Chancen zur Führung.


Bereits vor der verletzungsbedingten Auswechslung von Sergi Samper fehlte Barça in vielen Situationen die passende Abstimmung. Das Team hatte zu viele Ballverluste im Angriffsspiel und konnte die Lücken in der Defensive nicht sicher genug schließen. Selbst hatte man bis zur 71. Minute keinen einzigen Torschuss – die Abwehr hingegen war gut beschäftigt. Insgesamt spielte Leonesa die Defensivreihe der Katalanen zu häufig aus und prüfte Ersatzkeeper Jasper Cillessen ein ums andere Mal. 


Das Spiel endete schließlich noch mit einem Barça-Sieg durch den Treffer von Clémont Langlet in der 91. Minute. Die Gäste taten sich in der Auswärtspartie schwer – das Debüt der jungen Spanier ist als durchwachsen zu bezeichnen. Dennoch konnte Valverde durch die Nominierung talentierte Spieler an den Kader heranführen und hat sich weitere Optionen für die Zukunft eröffnet. Außerdem zählt letztlich das siegreiche Ergebnis, welches die gute Serie Barcelonas aufrecht erhält – oberste Priorität bei der erfolgshungrigen Blaugrana.


Trotzdem wird der Trainer nach dem knappen 1:0 für das Rückspiel in Barcelona voraussichtlich eher auf etablierte Spieler setzen und Experimente wie im gestrigen Spiel eher vermeiden, denn die Einzelbetrachtung der Debütanten fällt nicht zufriedenstellend aus:

1. Juan Miranda

Juan Miranda lief als Linksverteidiger der Viererkette auf und übernahm die Position des unumstritten gesetzten Jordi Alba, der lediglich eine Verschnaufpause bekam. Miranda holte sich in der 41. Minute die gelbe Karte ab, nachdem er in einem Zweikampf überhart gegen den Spieler ging. Dabei war er der einzige Barça-Spieler, der verwarnt wurde. Als Vergleich dazu hat Cultural Leona sieben gelbe und eine rote Karte kassiert. Somit hat Mirandas Debüt neben wenig souveräner Defensivleistung einen weiteren Makel.


Allerdings liefe viele Angriffe der Gastgeber über die Zentrale und die rechte Abwehrseite, sodass Miranda auch nicht viele Gelegenheiten bekam, sich auszuzeichnen. Ebenso wie seine Mannschaftskollegen blieb er hinter den Erwartungen und konnte auch im Spiel nach vorne keine Akzente setzen. Allerdings bleibt er eins der verheißungsvollsten Talente für Barcelonas Zukunft, sodass er weitere Chancen auf dem Platz erhalten wird. 

2. Chumi

Durch die Ausfälle von Samuel Umtiti und Thomas Vermaelen herrscht in der Innenverteidigung der Spanier durchaus Bedarf. Vereinspräsident Josep Maria Bartomeu sagte der spanischen Zeitung Marca schon Mitte Oktober: „Wir werden auf dem Markt nach einem Innenverteidiger Ausschau halten.“ Die Chance für die Nachwuchsspieler, sich als Teil des Kaders zu etablieren, ist aber bis dahin noch gegeben. So auch für Chumi – mit vollständigem Namen Juan Brandáriz Movilla. Gegen Leonesa durfte er über die komplette Spielzeit an der Seite seiner Mannschaftskollegen von Barcelona B verteidigen und hatte dabei alle Hände und Füße voll zu tun.


Chumi ist seit 2014 im Verein, nachdem er in der Jugend von Deportivo de La Coruña ausgebildet worden ist. Der 19-Jährige kam bei Barcelona B in der laufenden Saison sieben Mal zum Einsatz, dürfte aber noch nicht bereit für die Primera División sein. Gegen Leonesa zeigte er eine wacklige Abwehrleistung, die allerdings auch die gesamte Mannschaft kennzeichnete. Bei Standards wirkte die Innenverteidigung bisweilen überrascht und es kamen in der Summe zu viele Schüsse auf Cillessens Tor.

3. Jorge Cuenca

Jorge Cuenza lief mit einer Gesichtsmaske auf, da er vor knapp zwei Wochen einen Nasenbeinbruch erlitt. Insofern war ein Einsatz des 18-Jährigen in keiner Weise erwartbar, wenn man von seinen vielversprechenden Leistungen bei Barcelona B absieht. Daher wird er es Valverde auch nicht besonders übel genommen haben, dass er nach 61 Minuten aus dem Spiel genommen worden ist.


Für ihn kam der eigentliche Ersatzverteidiger Clémont Langlet ins Spiel, der unter anderem gegen Real Madrid und Inter Mailand souveräne Leistungen ablieferte. Langlets Einwechslung war auch gestern die richtige Entscheidung aus Sicht des FC Barcelona, denn der Ersatz für Cuenca erzielte in der Nachspielzeit den 1:0-Siegtreffer für die Gäste. Wenn Umtiti in den Kader zurück kehrt, wird Langlet ihm wohl wieder den Vortritt lassen müssen.


Die Innenverteidigung bleibt somit ein zentraler Punkt in den Überlegungen der Vereinsführung, denn sowohl Vermaelen als auch Gerard Piqué sind nicht mehr in Bestform und in der Abwehrzentrale braucht es langfristige Lösungen. Da Cuenca ebenso wie Chumi und Miranda bei ihrem Debüt blass blieben, ist dies auch nötig. 

So schlugen sich die drei Debütanten des FC Barcelona Jorge Cuenza, Chumi und Juan Miranda beim 1:0-Sieg in der Copa del Rey über Cultural Leonesa.