​Die Pokalrunde ist gerade vorbei, da geht die Bundesliga-Saison schon wieder weiter. Für den BVB heißt das: Auswärtsspiel in Wolfsburg. Auf der Pressekonferenz sprachen Favre, Zorc und Co. nun über Erwartungen und personelle Sorgen.


Puh! Das gestrige Pokalspiel gegen Union Berlin war doch knapper als gedacht. In der zweiten Pokalrunde zum zweiten Mal gegen einen Zweitligisten in der Verlängerung - es scheint, als lägen ​Borussia Dortmund starke Gegner wesentlich mehr als vermeintlich schwache. Und nun geht es gleich in der Bundesliga weiter. 

Borussia Dortmund v 1. FC Union Berlin - DFB Cup

Gegen Union Berlin setzte sich Borussia Dortmund sehr zu Lucien Favres Freude durch



Da konnten die Schwarz-Gelben bislang überzeugen, sind Tabellenführer. Mit dem VfL Wolfsburg fährt man allerdings zu einem Gegner, dessen Stärke noch nicht so recht einzuschätzen ist. Drei Siege, drei Unentschieden, drei Niederlagen stehen für die Wölfe zu Buche. Zuletzt gelangen allerdings wettbewerbsübergreifend zwei Siege gegen Düsseldorf und Hannover. Ganz leicht dürfte die Auswärts-Aufgabe für die Borussen also nicht werden. Auf der heutigen Pressekonferenz gaben die Dortmund-Verantwortlichen dazu ihre Einschätzungen. 


Wolfsburg zuletzt stark


Und auch BVB-Trainer Lucien Favre verwies auf die beiden Siege der letzten Woche, um das obligatorische Lob an die Niedersachsen loszuwerden: "Wolfsburg hat eine gute Mannschaft und zweimal hintereinander gewonnen", so der Schweizer. Die Spiele der Niedersachsen seien allerdings auch immer sehr eng gewesen. Was die 5:0 Tore in den vergangenen beiden Partien tatsächlich nicht zeigen, ist, dass der VfL eine Dominanz oder Überlegenheit ausstrahlt. Die wird Wolfsburg wohl auch leistungsbedingt gegen die Tabellenführer vermissen lassen. 


Dennoch darf sich das Heimteam Chancen ausrechnen. Denn zum einen überzeugten auch die Borussen im Pokal nur sehr bedingt, zum anderen ist da ein schwarz-gelbes Lazarett, das nicht kleiner zu werden scheint - eher im Gegenteil. 


Rotation als elementares Mittel


Denn auf der PK gaben Zorc und Co. auch einen Einblick in die personellen Schwierigkeiten, mit denen sich Borussia Dortmund dieser Tage herumplagt. Neben den Langzeit-Verletzten Jeremy Toljan und Marcel Schmelzer hatte sich schon vor dem Match im Pokal auch ​Verteidiger-Routinier Lukasz Piszczek abgemeldet. Der Pole werde auch für das Bundesligaspiel am Wochenende ausfallen, beim ebenfalls zuletzt mit Beschwerden geschonten Akanji wolle man noch nichts sagen. 


Die Rückkehr des Schweizer Verteidigers wäre sicher hilfreich, gehen dem BVB doch nach und nach die Defensivspieler aus. Innenverteidiger Abdou Diallo hatte sich nämlich als letzte Verteidigerkraft zu den Invaliden gesellt. Die Untersuchung habe zwar gezeigt, dass sich der Franzose lediglich die linken Adduktoren gezerrt hat, dennoch sei er für den kommenden Samstag zwecks Schonung kein Thema. Indes kehrt immerhin Sechser Thomas Delaney zur Mannschaft zurück, um die Defensive vom Mittelfeld aus ein wenig zu stabilisieren. 


Die Ausfälle sind damit jedoch noch nicht alle aufgezählt. Hatte Mario Götze sich gerade erst wieder in die Startelf seiner Borussia gespielt, fällt nun auch er gegen den VfL Wolfsburg flach - eine Bronchitis hält den Angreifer vom Spielen ab. 


So heißt es für Coach Favre nun: Alternativen finden. Der Fokus, so der Fußballlehrer, liege aber ohnehin auf einer häufigen Rotation: "Wir müssen unbedingt rotieren, alles andere ist unmöglich". Dazu gab er auf der Pressekonferenz auch gleich noch das Beispiel aus der Vergangenheit, das zu dieser Erkenntnis geführt hat: "Akanji hat zuletzt sieben Spiele hintereinander gemacht und sich dann bei der Nationalmannschaft verletzt". Solche Verletzungen wolle man in der langen Saison vermeiden. 


Mit den aktuellen personellen Ausfällen hat Borussia Dortmund auch schon genug Sorgen. So ist die Rotations-Taktik nicht zuletzt eine Not, aus der nun eine Tugend gemacht wird. Schon im Pokal hatten Startelf-Spieler wie Marco Reus teils zunächst auf der Bank Platz genommen - eine Maßnahme, die von Sportdirektor Michael Zorc als "alternativlos" kommentiert wurde.